Ganz im Vertrauen, …

… ich weiß nicht, ob das Gespräch von Claus Kleber mit Irans Staatsoberhaupt Mahmud Ahmadinedschad gelungen ist. Sicher, der ZDF-Moderator hat vieles richtig gemacht. Sätze wie »Herr Präsident, die Welt schaut auf dieses Interview!« sind großartig und verdeutlichen dem Gegenüber und auch der eigenen Fanbase zu Hause an den Bildschirmen, dass das eigene Tun eine gewisse Relevanz besitzt.

Das Publikum merkt: Da sitzt einer, der den Planeten in Atem hält; fremd und irgendwie geheimnisvoll. Und man weiß, dass er die Bombe unter Umständen besitzen könnte, die Sexbombe Gundula Gause. Das ist natürlich ein ordentliches journalistisches Pfund, ein Essential, das Kleber drauf hat wie kein Zweiter. Da macht es nichts, dass sein Gesicht zeitweilig aussah, als hätte er vor Angst die Kontrolle über seinen Schließmuskel verloren.

Mit zwiespältigen Gefühlen hingegen vernahm ich, dass Kleber auf die fulminante Einleitung »Ich kann Ihnen sagen, was das deutsche Volk von unserem Gespräch jetzt erwartet« die in meinen Augen fragwürdige Erwartung »ein Zugeständnis Irans in der Atomfrage « folgen ließ. Ist das wirklich so? Hätte das deutsche Volk nicht mit viel freudigerer Erwartung von Mahmud Ahmadinedschad erfahren, welcher Kandidat sein persönlicher Favorit bei DSDS ist? Und warum befragte er ihn nicht eingehender zum Holocaust und den Juden? Glaubt man einigen Umfragen zu diesem Thema, dann hätte sich der Ministerpräsident hier durchaus einige Sympathien bei den Deutschen erarbeiten können. Kleber sollte zukünftig sorgfältiger arbeiten, so heiß finde ich Gundula Gause dann nämlich auch wieder nicht.

Atze Svoboda

 

---Anzeige---