Auch das Tier …

... hat eine Würde (nicht nur das Bundespräsidentenamt)! Das sieht man z.B. daran, dass eine Sau vor dem Schlachten betäubt werden muss. Die Würde des Tieres darf nicht angetastet werden. Das Tier selbst natürlich schon, also Hunde, die gaaanz lieb sind, und Tiere im Streichelzoo. Auch Frau Merkel hat eine Würde. Auch sie muss vor dem Schlachten – aber das ist jetzt Quatsch. Sie darf jedoch auch nicht angetastet werden, und ich wüsste ehrlich gesagt auch niemanden, der das tun würde. Wie das der Herr Sauer für sich löst, ist seine Sache.
Wenn das Tier – sagen wir: ein Frosch – eine Würde hat, und Frau Merkel hat von Hause aus auch eine, dann stoßen unweigerlich zwei Würdenträger aufeinander. Der Frosch könnte beispielsweise sagen: »Ich bin noch nie mit Ihnen verglichen worden, Frau Merkel, obwohl es mir eine Ehre wäre.«

»Ich mit Ihnen schon«, würde Frau Merkel wahrheitsgemäß erwidern, »aber wissen Sie, der Rösler kann mich mal, diese chinesische Ratte!« Nach Erich Brehm gibt es drei Arten von Tieren: erstens eklige, die oft Krankheiten übertragen, zweitens Tiere, die für uns arbeiten bzw. Nahrungsmittel liefern, und drittens Tiere, die unser Herz erfreuen. Neben Knut (†) und dem Golden Retriever gehört auch der Frosch dazu, der ein lustiges Geräusch macht, wenn man ihn überfährt.

Mit der Gruppe der Herzenstiere dürfen wir Journalisten die Politiker vergleichen, ohne die Würde der Tiere anzutasten: Gabriel war Knut, Beck war der Problembär, und Frau Merkel ist eben die Kröte, die zu spät merkt, wenn das Wasser zu heiß wird. Etwas problematisch ist es mit der Gruppe der Nutztiere: Frau Merkel schuftet für die Eurorettung wie ein Pferd.

Das geht in Ordnung. Sie beschützte den Karl-Theodor wie eine Orang-Utan-Mama ihr Junges. Auch gut. Aber mit einer Ziege darf man eine Politikerin nicht vergleichen, nicht mal Frau Nahles, weil die Ziege, wenn sie lange mit dem Hirten auf der Alm ist, schlimme Krankheiten überträgt. Frau Merkel dürfen wir Hauptstadtjournalisten jedoch getrost auch Hasenmutti nennen. Die frisst gelegentlich dieses oder jenes ihrer Jungen. Philipp Rösler, der kleine Rammler, sollte also besser den Schwanz einziehen – bzw. die Blume.

Atze Svoboda

 

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