Lebt eigentlich Franziska van Almsick noch?

FranziNein, jedenfalls nicht so wie wir sie aus der Nachwendezeit kannten: Niedliches Schnäuzchen, niedlicher Name – Franzi Goldfranzi – und der Konkurrenz immer eine Armlänge voraus. Über zehn Jahre hat sie die Nation glänzend damit unterhalten, dass sie kein Gold bei Olympia gewann. 2004 hatte sie dann ihr letztes Chlorwasser geschluckt. Als gesamtdeutscher Goldfisch gestartet und als Silberfischchen angeschlagen. 2004 auch das Ende der Liaison mit Handball- Baubudenrülps Stefan Kretzschmar, fast zeitgleich erschien ihre Autobiografie Aufgetaucht. Inzwischen ist ihr die Prominenz ein wenig abhanden gekommen.

Doch ein Promi ist zu allem fähig, erst recht, wenn der Absturz in die Kategorie C droht: Wie weiland der Führer preist Franzi nun Margarine statt Butter, macht Werbung für Wühltisch-Tycoon C&A, animiert zum Kauf von Wegwerf-Windeln und bringt sich selbst für die ARD-Sportschau ins Gespräch, bisher ohne Erfolg. Rampenlicht sieht anders aus. Zwischenzeitlich raunte es ein wenig in den Medien, als sie mit kreativer Gehässigkeit dem eigenen Nachwuchs die Möglichkeit versperrte, je ein halbwegs normales Leben führen zu können: »Gestatten, Don Hugo van Almsick.« Den »Don« jubelte sie damals dem staunenden Publikum als keltisch für »Weltenherrscher« unter.

Und nun? Wie weiter? Bald nur noch grauer Star? Vielleicht dem Weltenherrscher mal ein paar hinter die Löffel geben und dann bei der Supernanny bedeutungsschwer in die Kamera heulen? Auf der TV-Couch irgendwas von frühkindlichem sexuellen Missbrauch im Stasi-Folterkeller faseln? Geht leider nicht mehr, denn Frau Saalfrank ist das eigene Format inzwischen selbst zu peinlich geworden – Sendeende. Vielleicht die Kohle aus dem Fenster schaufeln und anschließend bei Peter Zwegat die Spendier-Buxen runterlassen? Aber auch Pleiten-Peter hat erst mal eine Schaffenspause eingelegt.

Dann muss sie eben den zweiten Band ihrer Autobiografie basteln. Titel: »Vorerst abgetaucht«.

Jan Frehse

 

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