Viel ist in diesen Tagen …

… von Moral die Rede. Ehrlich gesagt, ich kannte das Wort bisher nur in Bezug auf bestimmte Sexualpraktiken und eventuell deren Folgen. Oft hieß es »das ist unmoralisch«, z.B. als ich einmal für ein Jahr vergaß, die Alimente für die Zwillinge zu überweisen. Nur einmal wurde ich bisher als »moralisch « bzw. als »Moralapostel« beschimpft – von meiner damaligen Verlobten, weil ich es nicht mochte, dass ihr Ex immer noch in unserem Doppelbett schlief.

Deshalb hat es mich überrascht, als »Moral« bzw. »unmoralisch« im Zusammenhang mit unserem Bundespräsidenten auftauchte. Was macht der denn mit den Weibern, dachte ich voller Neid. Treibt der es etwa wüster als Seehofer? Bettina tut mir leid … Inzwischen ist auch von »Moral in der Politik« die Rede, von »Moral im Kreditverkehr «, von der »Preismoral« bei Lidl, der »Konsummoral«, von der »Moralität der Frauenquote«, und die Grünen haben sogar eine »Co2-Moral« erfunden, mit der sie uns Autofahrern ein schlechtes Gewissen machen wollen. Reicht es nicht, dass man uns mit dem lieben Gott und seinem 10-Punkte-Programm droht und sich Leute in unseren Geschlechtsverkehr einmischen, die praktisch nichts davon verstehen – die Pfarrer? Muss man uns jetzt auch noch mit Moral kommen? Und sollte etwa Moral das Einzige sein, was man nicht kaufen kann?

Vor lauter Moralnebel kann man in diesem Land kaum noch zehn Meter weit gucken. Ich finde das Moral-Gequatsche langsam unmoralisch und möchte an den wichtigsten Satz erinnern, den uns die Väter des Grundgesetzes ins Stammbuch geschrieben haben: Der Stärkere gewinnt. Und wer richtig toll aussieht, sowieso! Das ist jedenfalls meine Lebenserfahrung, lieber Herr Bundespräsident.

Atze Svoboda

 

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