Mittwoch, den 23. November 2011

meisterwerke

Die trojanische KartoffelKomplexe und vor allem abstrakte währungspolitische Sachverhalte ins Bild zu setzen, gelingt nicht immer. Man denke an Caspar David Friedrichs missglückten Versuch, in seinem Bild Schwäne im Schilf beim ersten Morgenrot die konjunkturellen Währungsschwankungen des napoleonischen Zeitalters darzustellen.

In diesem Bild mit dem Namen Rettungsschirm1 bleibt jedoch keine Frage offen. Mit einem Mal werden Zusammenhänge klar, erschließt sich auf der Stelle die ganze Monstrosität der Euro-Krise: Die deutsche Kartoffel ist eine lahme Ente (Flossen!), die Adern in ihren blauen Augen zeugen davon, dass sie über ihre Verhältnisse gelebt hat. Sie fußt auf der griechischen Kultur und hat als zusätzliche Stützen auf den Griff gestellte Euro-Golfschläger, die den Tourismus symbolisieren. Diesem allerdings ist der rote Faden abhanden gekommen und in lauter kleine Stücke gerissen.

Mit dem um ihren unrasierten Leib gehängten Schild demonstriert sie, wer hier das Sagen hat, auch wenn es falsch ist. Und vor allem: Nicht die Griechen sind es, die auf den Rettungsschirm scheißen, sondern die deutsche trojanische Kartoffel, die sich aus Angst, vom Schirm penetriert zu werden, als Korinthenkacker entpuppt. Ein wahrlich komplexes Werk, das seinem Gegenstand mehr als gerecht wird! Auf die Bilder Rettungsschirm2 und Rettungsschirm3 müssen wir hoffentlich nicht so lange warten wie die Griechen auf ihre Entschuldung.

H. Göbel

 

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