Memo an Kurt
Dienstag, den 23. August 2011

– Streng geheim! Unverzüglich weiterleiten an Ingrid Biedenkopf! –
Lieber Kurt, keine Ahnung, wie die Nudniks vom Spiegel (31/11) an diese Informationen gelangen konnten: dass wir unsere Polizisten mit Kettensägen ausstatten, Razzien in der Dämmerung durchführen und gegen antifaschistische Sportler ermitteln! Und dann das Schlamassel mit dem sprechenden Navi im Auto eines Anwalts (war das Tillich oder Milbradt, der seine Klappe während der Observierung nicht halten konnte?).

 

Zum Glück, lieber Kurt, haben die Zeitungsfritzen die falschen Schlüsse gezogen. Als würden wir uns um kratzbürstige Oppositionspolitiker oder rechte und linke Ganoven scheren! Diese Pressemännchen werden den letzten Akt im »konservativen Freistaats-Theater« (Spiegel) noch erleben: deine und Ingrids Krönung in der Dresdener Frauenkirche.

Das wird schön, aber nicht billig. Die Presse tappt völlig im Dunkeln, zu welchem Zweck wir Abertausende Datensätze von »Demonstranten, Abgeordneten, Anwälten und Unbeteiligten« (schon wieder Spiegel) gesammelt haben. Die Daten wollen wir dem Murdoch verkaufen. Damit dürfte sich dein Hofstaat einigermaßen finanzieren lassen.

Den Milli und den Tilli brauchen wir jedoch auf jeden Fall, sonst könnten die Grünen noch auf die Idee kommen, dem Mob beweisen zu wollen, dass wir unsere »bestenfalls Halb-Demokratie« (wer wohl) mit Deiner Inthronisierung vollkommen entdemokratisieren. Aber zwei, drei Abgeordnete sollten reichen – und Du, Kurt, mit alleinigem Vetorecht: Einfache Machtstrukturen erschließen sich primitiven Subjekten am leichtesten!

Falls es Probleme mit dem Volk gibt, könnte Geißler den totalen Sachsen-Krieg ausrufen. Für die Königstreuen könnte Assad seine schärfsten Männer zur Verfügung stellen. Die werden den Wutbürgern und Presseschnüfflern Feuer unterm Allerwertesten machen. Unsere unkontrollierbaren Polizisten können wir feuern (Argument für den Pöbel: Personalkosten). Wenn alles nicht hilft, dann fassen wir sämtliche Aufmüpfigen als »kriminelle Vereinigung« zusammen und ermitteln nach §129 StGB. Das ist nur in Sachsen möglich! Und vielleicht noch in Bayern.
Memo weitergeleitet von

Katrin Kühne

 

 

Kommentare 

 
#1 Guido Pauly 2011-08-24 08:31
Warum soll es in Sachsen anders sein als im Rest der Republik?!
Kommen wir zu etwas ganz anderem(?): Das Verbraucherschu tzministerium hat eine Werbekampagne mit der Drogeriekette "dm" in der Bild-Zeitung gestartet und damit gegen geltendes Recht verstoßen. Ein Fall für ... das Ministerium für Verbraucherschu tz unter Leitung der CSU. (???) Im Übrigen ist die Geschichte ein alter Hut: Bereits die Schill-Partei hat diese Kette beworben ("Pro dm"). Schill hatte schon damals eine Nase dafür.
Zitat
 

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