Verrat!
Dienstag, den 24. April 2018

Verrat! Manches, was sich hinter den Kulissen im Regierungsviertel abspielt, bleibt unseren Lesern verborgen. Aber sagen will ich es doch einmal: Da herrschen Feindschaft und Niedertracht gegenüber Journalisten, die bekannt dafür sind, sich den Mund nicht verbieten zu lassen. Mich hat die Kanzlerin mehrmals von der Liste der mitreisenden Reporter gestrichen, wenn sie nach Washington flog. Einmal hat sie mir Tirana angeboten – zu solch perfiden Mitteln greift die Dame! Noch schlimmer: Bei Hintergrundgesprächen gibt es auf einmal keine Kekse und keinen Kaffee oder sämtliche Herrentoiletten sind verschlossen! Das ist Krieg!

Und schon wieder ist ein Journalist übergelaufen – wieder von Bild, ein charakterloser Geselle, ein Verräter. Er wird Sprecher von Jens Spahn und soll ihm helfen, jede Woche eine neue Sau durchs Dorf zu jagen. Und wie begründet der Minister seine »Wahl« (er sollte sagen: seine Kaufentscheidung)?

»Schon lange« herrsche zwischen ihm und dem Verräter »ein enges Vertrauensverhältnis«. Pfui Deibel, kann ich da nur sagen. Und dann kommen diese Leute nach ein paar Jahren aus der Regierung zurück und verlangen wieder nach einem Spitzenjob in den Medien. Dabei gilt doch seit der Haager Landkriegsordnung: Überläufer werden erschossen, auch wenn sie Reue zeigen. Aber nein – meistens wird diesen Burschen auch noch ihre alte Stelle frei gehalten.

Nur einem wird das nichts nützen – Steffen Seibert. Der ist im Internet als »Merkel-Nutte« inzwischen so verhasst, die Leute glauben ihm nicht mal den Wetterbericht – oder den erst recht nicht.
Immer, wenn ich den Steffen treffe (wir haben vor dreißig Jahren bei der Frankenpost zusammen ausgetestet, mit wie viel Promille man ein Lokalblatt machen kann), sagt er: »Ich weiß, Atze, du würdest nie einen Sprecherjob annehmen. Aber der Staatssekretärsposten bei Jens Spahn für Beauty und Schönheitschirurgie ist momentan nicht frei.«
Dann eben nicht – ich habe auch meinen Stolz.

Atze Svoboda

 

---Anzeige---