Lebt eigentlich Horst Köhler noch?
Mittwoch, den 21. Juni 2017

khlerJa, aber er ist immer noch ganz, ganz doll beleidigt. Wie man damals mit ihm umgegangen ist, das war ja auch wirklich eine Schweinerei! Mit der ganzen Kritik und so. Sogar Gegenworte hat es damals in der Presse gegeben! So etwas muss sich ein Politiker wirklich nicht bieten lassen. Die Schnute, die er, Köhler, darum auch heute noch zieht, reicht von Deutschland bis zum Hindukush, wo die Bundeswehr bekanntlich unsere Handelswege verteidigt. Deshalb hat man in den vergangenen Jahren auch nicht mehr viel von ihm gehört. Doch jetzt ist der »Afrikakenner« (Spiegel) zurück. Er soll UNO-Sonderbeauftragter für den Konflikt in der Westsahara werden.

Noch ist diese Meldung nicht bestätigt. Aber schon jetzt kann man davon ausgehen, dass Horst Köhler alles unternehmen wird, um den Konflikt zu entschärfen. Das ist Köhler ein Herzensanliegen. Sollte die Lage eskalieren, dann könnte das auch Auswirkungen für Deutschland haben. Denn ein Land mit dieser Außenhandelsorientierung muss doch daran interessiert sein, dass es auch in der Westsahara friedlich bleibt. Kommt es dort zu Gewaltausbrüchen, geht es den Leuten nämlich schlecht. Dann ist Horst Köhler traurig. Aber wenn es den Leuten dort gut geht, dann kaufen sie irgendwann massenhaft Autos, Bratwürste und autonom trabende Kamele Made in Germany.

Wie sagt es das bekannte Bonmot so schön: Wir in Europa haben vielleicht die Uhr, aber die Afrikaner kaufen sie uns ab. Gerade in Zeiten von Donald Trump, der die Deutschen vom amerikanischen Markt treiben möchte, sind andere Handelspartner für unsere heimische Wirtschaft immens wichtig. Und wenn da unten in der Westsahara nicht endlich Ruhe im Karton ist, wird Horst Köhler höchstpersönlich dafür sorgen, dass die Bundeswehr einreitet und den demokratischen Friedensengel gibt. Aber bitte kritisieren Sie ihn dafür nicht! Er ist sensibel.

Andreas Koristka

 

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