Mittwoch, den 22. Juni 2016

meisterwerke
meister07-16

Eine der vielen Phasen, die Kinder für eine gesunde Entwicklung durchlaufen, ist die Fragephase. In ihr lernen sie, das Geschehen um sie herum einzuordnen und zu einem geschlossenen Weltbild zusammenzufügen.

Dabei gehen sie nicht immer logisch vor, wie dieses Gemälde zeigt. Viele Fragen wären in dieser Situation angebracht, wie z.B.: »Bist du tatsächlich meine Mutti? Warum habe ich dann so kurze Arme, obwohl deine fast bis zu den Fußknöcheln reichen?«, »Geht’s dir nicht gut oder warum siehst du so scheiße aus?«, »Warum sind deine Brüste unterschiedlich groß?«, »Was zum Geier ist mit deinem linken Auge los?«, »Wo kann ich diese schicken grünen Gummistiefel kaufen?«, »Was ist das für eine alberne Haube auf deinem Kopf?«, »Wie kannst du in diesem winzigen Bett schlafen?« oder einfach: »What the fuck, Mutti?«

Doch all diese Fragen interessieren Gelbkörbchen, wie wir das Kind der Einfachheit halber nennen wollen, nicht. Stattdessen fragt es seine Mutter, wieso diese so viel Einfluss auf Europa hat. – Doch hat sie das? Kann eine Frau großen Einfluss in Europa haben, die nicht mal Einfluss auf ihren eigenen Schatten hat, weshalb dieser aussieht wie ein Hund mit schlimmer Hüftdysplasie? – Natürlich nicht. Wie kommt ein Kind also auf diese Frage?

Die Antwort lautet: Komasaufen. Die Weinflasche, die das Kind von der Mutti bekommen hat, um es der alkoholkranken Omma mit den großen Ohren zu bringen – das Kind hat sie selbst leergesoffen; die Omma verdurstet.

Eine Gemälde also, das aufrüttelt. Ein Gemälde, das eine Forderung stellt, die von jedem geteilt werden sollte: Wir brauchen mehr Personal in den Jugendämtern und mehr Drogenaufklärung für Jung und Alt!

 
 


M. Schwesig

 

 

 

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