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Das Englische ist aus der deutschen Kultur gar nicht mehr wegzudenken. Millionen von Fünftklässlern hätten nichts zu lachen und Tausende von Kabarettisten und Karikaturisten wären arbeitslos, wenn sie ohne die deutsche Schreibweise englischer Wörter, wie z.B. »Dschörmän Ängst« oder »Internäschnel «, auskommen müssten.

Doch was auf den ersten Blick nach kleingeistiger Deutschtümelei aussieht, ist in Wahrheit das Aufzeigen eines mentalen Missstandes. Denn wie wir denken, so reden wir. Und wer »Autor« statt »Verfasser« sagt, denkt eben lateinisch und ist Ausländer. Das ist an sich natürlich nicht negativ, aber sehr bedenklich.

Auf geniale Weise weist uns diese Collage auf den Missstand der Sprach- und damit Gedankenpanscherei hin. Denn heißt der After im Englischen nicht eigentlich »anus«? Und gingen nicht schon die Brüder Grimm liederlich mit der Sprache um, wenn sie in ihrem Deutschen Wörterbuch unter dem Lemma »After« als Beispiel »after mir kommen meine mitgenossen« aufführen? Und was meinte Kant, als er über die Proktologen schrieb »dasz es keine afterärzte gebe, kein jus impune occidendi «? – Gutes Deutsch jedenfalls sieht anders aus. Und Substantive schreibt man groß!

Viele Missverständnisse, so zeigt es der Künstler, ließen sich vermeiden, würde man deutsche Begriffe verwenden und die »Aftershow-Party« – mit der man langweilige Stehempfänge in hässlichen Hoteleingangshallen (»Lobbys« – englisch: »pressure groups«) verbindet – als »Achtern-Ausstellungs-Budenzauber« deklarieren. Denn wenn man weiß, dass man auf einer Veranstaltung landet, wo weibliche Unterleibe als Beistelltischchen für Mischgetränke (»Cocktails« – zu Deutsch: »Schwanzschwänze«) verwendet werden, würde man doch gerne mal vorbeischauen. In diesem Sinne: Prosit! – Oder wie man im Deutschen viel schöner sagt: Sauf, du Sau!

B. Sick

 

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