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Es geht um eine existenzielle Frage, die wir uns alle schon mal gestellt haben, oder die wir uns zumindest stellen sollten: Wann zum Henker kommt endlich Ute Freudenberg? Das mag auf den ersten Blick niemanden interessieren. Aber genau das macht Kunst aus: den Blick auf etwas zu lenken, das niemanden interessiert. Kunst – und darin besteht das Kunststück, das die Kunst vollbringt – kann sich, sofern sie als Kunst auftritt oder auch nicht, immer interessant machen. Kunst macht neugierig: Was sind das für außerirdische Bären? Sind es Braunbärchen? Sind es die Bären der Firma Bärenmarke? Oder sind es gar die Lorbeeren, die sich der Künstler verdient hat? – Die Antworten darauf muss jeder in sich selbst finden.

Klar ist nur: Das Zeitalter der bebärten Raumfahrt beginnt mit dieser Collage. Sie beginnt in uns allen, ausgehend vom Künstler. Und sie führt den Bärenastronauten auf einen crazy orangen Planeten mit herzigen Bärchenaußeridischen, die gerne Radio hören und auf Ute Freudenberg oder zumindest deren Lieder warten. Eine wunderbare Sache. Wie Bärchenwurst. Absurd! Aber Kunst! Beziehungsweise genau deswegen.

Jeder sollte den Mut haben, sich einfach hinzusetzen und zu sagen: Ich mache das jetzt. Ich schneide ein paar Sternchen, Bärchengesichter und Herzchen aus und bringe alles in einen neuen Kontext, indem ich es auf einen blauen Pappkarton klebe. Und dann kommt vielleicht auch irgendwann die Ute Freudenberg. Diese Hoffnung schwingt natürlich immer mit in der Kunst. Dann wird alles gut.

J. Meese

 

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