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Bereits der Theologe Josef Hader stellte die Frage, was denn mit der Vorhaut des mutmaßlich beschnittenen Juden Jesus von Nazareth geschah, als dieser in den Himmel auffuhr. Lebt auch sie für alle Zeit an der Seite Gottes? Wirkte Gott ein Wunder? Wurde sie wieder angenäht? Mit dieser religionswissenschaftlichen Frage beschäftigt sich auch dieses Werk mit dem Titel »Attentäter 1«.

Frauen laufen nackt bis auf das verschleierte Gesicht und einer Nummer auf dem Rücken, mit einem Lappen von der Hand wehend um einen Haufen rohes Geschnetzeltes herum. Manche von ihnen sind so aufgeregt, dass sie sogar, wie im Hintergrund zu sehen, auf der Wand entlanglaufen. – Ist dies das Schicksal eines jeden Selbstmordattentäters?

Oder wird auch er wieder zusammengesetzt wie Jesus oder muss er im Paradies langsam vor sich hin gammeln, wenn er nicht eingefroren oder gepökelt wird? Man weiß es nicht. Die entscheidende Frage lautet daher: Curry oder klassisch? Und welche Beilage? Ich plädiere für Folgendes:

Butter oder Öl in einer Pfanne sehr stark erhitzen. Das Geschnetzelte mit Salz und Pfeffer würzen, in die Pfanne geben und scharf anbraten. Wenn das Fleisch gut gebräunt ist und sich die Röststoffe entfaltet haben, wenden, aus der Pfanne nehmen und warm stellen. Dann ein bis zwei gewürfelte Zwiebeln in die Pfanne geben und dünsten. In Scheiben geschnittene Champignons dazugeben, mit Mehl stäuben und vermischen. Weißwein beigeben und zur Hälfte reduzieren.

Den Bratensaft vom Fleisch und Rahm dazugeben und alles zur gewünschten Konsistenz einkochen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Das Fleisch in die Sauce geben (nicht mehr kochen) und mischen. Dazu Spätzle, ein frischer Blattsalat und ein trockener, sommerlicher Rosé.
Bon appétit!

A. Meiwes

 

 

 

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