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Vieles gibt es noch zu entdecken in der Tierwelt. Hier sehen wir eine Naturzeichnung, die ein neues Licht auf die in weiten Teilen immer noch unerforschte Fauna unseres Planeten wirft: Zwei Exemplare der taxonomischen Familie der Baumscheibenköpfe haben sich irgendwo eingefunden. Den Jahresringen nach zu urteilen sind sie vier Jahre alt. Typisch für diese Art sind ihre Schnabelschuhe, die es ihr ermöglichen, ihre alberne Gesamterscheinung trefflich abzurunden.

Die beinahe menschlich anmutende Gestik lässt sie aufgeregt erscheinen. In Wahrheit handelt es sich jedoch nicht um Gliedmaßen oder gar Arme, sondern um Ausbuchtungen der Verdauungsorgane, mit denen sie Beutetiere anlocken möchten. Die einzelnen Exemplare unterscheiden sich in erster Linie in ihrer ausgefallenen Fellzeichnung, die vor allem der Mimikry dient.

Das Exemplar links hat sich beinahe perfekt als Mitglied einer Ethnie getarnt, das andere als Staat. – Mit Erfolg: Fressfeinde wie Tiger oder Leu wagen es nur in den seltensten Fällen, einen Staat anzugreifen. Die größte Sensation findet sich in der Mitte des Bildes, ist es hier doch der Tierschutzorganisation Heckler & Koch gelungen, einen äußerst seltenen geringelten Nasenwurm aus der Ordnung der Blumenkohlfrisurler zu züchten. Diese Spezies legt ihre Larven in Waffennester, in denen die Jungtiere heranwachsen, wobei sie sich ausschließlich von den sie umgebenden Waffen ernähren.

Das hier gezeigte Jungtier hat sich zur Freude der Tierschützer prächtig entwickelt. Doch auch die Baumscheibenköpfe können ihre Verdauungsorgane freudig kreisen lassen, schließlich sind Nasenwürmer ihre Leibspeise. Es klingt grausam, aber ist nun mal nicht zu ändern: Das sich an diese wunderschöne Naturszene anschließende Blutbad ist eben auch Teil des Kreislaufs der Natur.

D. Steffens

 

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