meisterwerkeMeisterwerk

Was die meisten nur zu träumen wagen, setzt die Fifa in die Tat um. Mit ihren regelmäßig unter großer Anteilnahme der Weltöffentlichkeit stattfindenden Turnieren lässt sie Luftschlösser Realität werden. Wo vorher primitive Blechhütten waren, lässt sie modernste Stadien mit Dach, Sitzen und Wiese in der Mitte entstehen. Aus armen Slumbewohnern werden für ein Jahr hart arbeitende Vollzeitbeschäftigte, die mit so viel südländischem Enthusiasmus ans Werk gehen, dass sie auch schon mal ohne Helm vom Gerüst fallen (eine Lockerheit, die man den nörgelnden Neidern wünscht, die an allem, was die Fifa macht, etwas auszusetzen haben). Wo vorher nur Dschungel oder Wüste war, entstehen Pressezentren. Und wo vorher nur schmierige Sextouristen ihr Unwesen trieben, gehen dank der Fußball-WM Sportjournalisten ein und aus und ein und aus.

Hervorragend dargestellt wird die Meisterleistung der Fifa in diesem Gemälde. Die feurige Leidenschaft der Funktionäre links im Bild sorgt auf einem tristen braunen Flecken Erde für Infrastruktur, öffentliche Gebäude und Schutz durch die Polizei. Sie hat »Riot« auf ihrem Helm stehen, was wahrscheinlich Englisch ist und sich nicht übersetzen lässt, solange man zu borniert ist, ein Wörterbuch zur Hand zur nehmen. Getragen wird diese kühne Konstruktion vom güldenen Honigtau, der die Fifa darstellt.

Ein wenig zu kurz kommen allerdings die zahlreichen Sponsoren, ohne die es nicht möglich wäre, all die Sportfunktionäre dazu zu ermuntern, für die Fans in der ganzen Welt alle vier Jahre eine Fußballweltmeisterschaft zu organisieren. Deshalb seien an dieser Stelle die wichtigsten kurz genannt: McDonald’s, Burger King, Kentucky Fried Chicken, Pizza Hut, Adidas, Blackwater, FDP und I.G. Farben.

S. Blatter

 

 

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