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In der Politik ist es wie im Zoo: In der Elefantenrunde liegen alle Tiere faul rum, die Hälfte der Gehege ist wegen Umbauarbeiten geschlossen, und wenn zur Abwechslung eine Giraffe an die Löwen verfüttert wird, ist das Geschrei groß.

Die GroKo hat die ersten 100 Tage mehr schlecht als recht überstanden, und fest steht: Kleinviiiiiehzekanzler macht auch Mist. Dementsprechend traurig ist Sigmar Gabriel: Für ein hohes Ross hat es bei ihm nicht gereicht. Nun steht er da, hält sich das Gesicht, und seine Hose löst sich langsam auf, während vor ihm ein kleines Pferdchen herumtollt, das sehr an das possierliche Haustier erinnert, das Gabriels Parteifreund Gerhard Schröder damals mit ins Kanzleramt brachte und das auf den Namen Doris hörte.

Daneben Angela Merkel: Sie ist auf die Knie gegangen und klammert sich an ihr GroKo, das Schwimmflossen, eine Badehose und eine Art Taucherglocke angezogen hat. Sie scheint für das Tierchen Muttergefühle entwickelt zu haben und möchte es beschützen. – Doch wovor? Was plant der graue Viiiiiehzekanzler? Möchte er das GroKo schlachten und futtern? Angesichts dieser Situation ist es unverständlich, wie mild die Presse über die GroKo urteilt. Als vor vier Jahren das Schwa-geKo, die schwarzgelbe Koalition, antrat, ging man mit diesem deutlich härter ins Gericht, nannte es nicht mal verniedlichend Schwa-geKo, wo doch Geckos weit sympathischer sind als Krokodile.

Doch dem GroKo wird es ergehen wie allen Haustieren: Ist das Tierchen neu, sind alle begeistert. Mit der Zeit aber wächst es zu einem gefräßigen Monster heran, mit dem niemand mehr dreimal täglich Gassi gehen will. Die Zukunft des GroKodeals scheint daher unausweichlich: Entweder macht sich Mutti eine neue Handtasche daraus oder es wird nur noch dann Schlagzeilen machen, wenn es im Sommer in einem Badesee ausgesetzt wird und dort kleine Kinder beißt.

G. Westerwelle

 

 

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