meisterwerkeMeisterwerk

 

Mit diesem Werk ist es amtlich: Zur kommenden Europawahl schwingt die blonde Europa ihren griffigen Demokratie-Podex vom Stier (leider nicht im Bild) und begegnet dem Nichtwähler auf Augenhöhe.

Die schöne Europa nähert sich ihm mit verspieltem Interesse und einem Hauch Nuttigkeit. Eine gewaltige Amazone ist sie im Vergleich zu dem beleidigten Wicht, der ihr trotzig den beschrifteten Rücken zukehrt. Viele Fragen stehen im Raum, die der Kleine beantwortet haben möchte. – Die Frage der Transparenz dürfte durch Europas Erscheinung geklärt sein. Schließlich zeigt ihr kurzes Kleidchen, dass sie nichts zu verbergen hat. Doch sollte eine Frau nicht auch Geheimnisse haben? Aus diesem Grund verhüllt das Kleid gleichzeitig gerade genug, um die Fantasie anzuregen und eine Entzauberung Europas zu verhindern.

Offenheit – die zweite Frage, die im Raum steht – ist schon so weit gewährleistet, als dass zumindest der Hund Bürokratie einen tiefen Einblick in das Fundament Europas bekommt. Würde sich der Nichtwähler ihr zuwenden, seine Jacke öffnen und sein T-Shirt mit der Aufschrift »Wähler« zeigen, könnte auch er Europas Offenheit bewundern.

Zu den tierischen Begleitern der Hundehalterin, denen praktischerweise der jeweilige Name ins Fell rasiert wurde, muss nicht viel gesagt werden: Sie sind entlaust, stubenrein, geimpft, gechipt und entwurmt. Demokratie ist schon ein wenig älter und hört nicht mehr so gut, ist aber sonst ganz lieb. Korruption ist seit Jahren an die Leine gelegt, und auch die Kastration ist bereits erfolgt, so dass uns die bissigen Welpen »Investitionsklimaverschlechterung «, »Willkürjustiz« und»Fiffi« erspart bleiben.

Nach all dem sollte jeder, der auf kurvenreiche Blondinen steht (und alle anderen auch), die Frage nach mehr Europa mit einem lauten Ja beantworten. Oder wie wir in Brüssel sagen: »Oh jess, beybi! Hus jur däddi?«

G. Oettinger

 

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