meisterwerkeMeisterwerk

Man sollte Papst Benedikt nicht mit Papst Franziskus vergleichen. Benedikts Amtszeit war geprägt von sexuellen Übergriffen im stillen Kämmerlein und der Vertuschung. Franziskus dagegen lässt sich in aller Öffentlichkeit von begeisterten Massen angrabbeln.

Von den Gelehrten, die Benedikt näher standen, wird der Neue deshalb grandios unterschätzt. Was Franziskus – auch im Kontrast zu seinem Vorgänger – leistet, wird in diesem Kunstwerk deutlich. Statt als ängstlicher Gelehrter hinter dem Panzerglas seines Papamobils zu verharren, steigt er inmitten Gottes Schöpfung ungeschützt aus seinem Fahrzeug, zeigt sich von seiner menschlichen Seite und setzt ein deutliches Zeichen.

Der neue Ton und wohl auch das ein oder andere neue Tönchen lassen aufhorchen – da möchte jemand die Kritiker wieder mit der katholischen Kirche versöhnen. Diese Haltung kann man als naiv abtun. Aber immerhin zeigt er eine Haltung. Die rhetorischen Fragen »Trägt der Bär einen lustigen Hut?« und »Scheißt der Papst in den Wald?« beantworten sich hier von selbst. Und zwar mit »Nein« bzw. mit »Nein, sondern auf die Wiese«.

Der bewusste Verzicht auf sanitäre Einrichtungen kündet von christlicher Verbundenheit mit den Armen. Das wirkt glaubwürdig. Papst Franziskus wird mit derlei Zeichen die Welt verändern. Im Kunstwerk hat er es bereits: Die Straße neigt sich ihm ehrfürchtig im 90-Grad-Winkel entgegen. – Ein erstes Wunder?

Jesus tat einst etwas Unerhörtes: Er berührte den Aussätzigen. Ihm tut es Franziskus gleich – er setzt Theologie in die Tat um. Bleibt zu hoffen, dass sich die alte biblische Weisheit nicht bewahrheitet, der zufolge der Teufel immer auf den größten Haufen scheißt. Hier noch einen draufzusetzen, dürfte dem Satanas nicht gelingen.

Matthias Schwulinski

 

---Anzeige---