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Das Internet als Melkkuh der Welt. Ein schwarzes Rohr in der Wüste – das ist das Internet. Freilich eine vereinfachte Darstellung, denn natürlich ist das Internet viel dicker. Im Grunde ist es ein höheres Wesen, dem zu huldigen jedermanns heiligste Aufgabe sein sollte. Doch was tun der britische Premier David Cameron und Barack Obama stattdessen? Sie befestigen daran ein Umschnall-Euter, um Milch daraus zu zapfen. – Sie haben das Internet nicht verstanden.

Doch wenn sie die Milch des Internets nicht einfach ihrem naturgegebenen Fluss überlassen wollen, sollten sie wenigstens einige Fragen beantworten: Wie wollen sie mit dieser Milch den Terror bekämpfen, wie sie behaupten? Bekommt das Internet Schmerzen, wenn die Milch nicht regelmäßig abgemolken wird? Oder dient das Abschöpfen letztendlich doch nur dem Zweck, die Milch zu säuern, reifen zu lassen und sich dann die Bäuche mit Handkäs mit Musik vollzuschlagen? – Cameron und Obama erscheinen hier wie Milchmädchen, die die Rechnung ohne die Kuh gemacht haben, die vom Eis geholt werden müsste (nicht im Bild).

Deutlich wird hier immerhin, dass die Chinesen gar nicht umhinkommen, das Internet rigoros einzuschränken. Nur so können sie die laktoseintolerante Bevölkerung schützen. Und noch etwas verdeutlicht dieses Werk: die Sensibilität des Internets. Nur ein kleiner Rempler an einen der hölzernen Stützstöcke, und schon bricht das ganze Internet zusammen, und die Milch läuft aus. Dann heißt es aber »gute Nacht, Kuh Elsa!«.

S. Lobo

 

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