meisterwerkeMeisterwerk
Der Kanzlerin, das soll dieses heitere Gemälde verdeutlichen, gelingt schlichtweg alles. Sie ist die blauäugige, blonde, grünbeschuhte Gute. Zusammen mit irgendeiner Glatze kappt sie das Absperrband, das an einem fremden Strand unter blauem Himmel um einen Berg Geldbündel gespannt wurde. Es ist das Bankensystem überseeischer Kleinststaaten, das hier in seiner Fragilität offen zutage tritt. Obenauf: der Geldbergzwerg, ein mutmaßlicher Steuerhinterzieher. Panisch. Zu Recht?

Es scheint so, denn trotz der Mahnung zweier roter Wimpel greift die Kanzlerin beherzt zur Schere, die auch eine ist zwischen Arm und Reich. Sie will an das Geld ran, das Firmen wie VW im Ausland bunkern. Wo es doch in Deutschland dringend benötigt wird, um Firmen wie EADS teure Drohnenprojekte zu finanzieren. Auf den zweiten Blick allerdings bietet sich uns ein anderes Bild, man sieht: Die Schnur ist bereits gekappt. Der unbekannte Glatzkopf hält ein Ende in der von gelben Sternchen umwehten Hand. Und was tut die Noch-Kanzlerin? Sie schickt sich an, dem Mann mit der Fleischkappe die Greifer mit ihrer goldenen Schere abzuschnippeln. Ja, das ist Frau Merkel! Hier wird sie entlarvt.

Merkel will mitnichten die Scharia einführen und Hände absäbeln! Man kann ihr vieles vorwerfen, das nicht. Doch sie ist auch mitnichten dieses putzige Muttchen, als das sie in den Medien immer wieder dargestellt wird, während andere sich den Arsch im Wahlkampf aufreißen und nichts weiter hängenbleibt als das Gerede vom Fettnäpfchen- Peer, der keinen Wein unter fünf Euro trinkt, weil er von Billigplörre Kopfweh kriegt.

Um dieses Bild zu korrigieren, braucht es Klartext- Werke wie dieses!

P. Steinbrück

 

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