Schon lange gewusst …

... haben wir Hauptstadtjournalisten, was sich da zwischen der Sahra und dem Oskar abspielte. Wir haben es nur nicht herumposaunt, weil wir die Diskretion lieben. Wie würde es auch aussehen, wenn wir herumkrakeelten, der oder jener Außenminister sei schwul oder die oder jene europäische Regierungschefin sähe aus wie ein unter Spasmen leidendes Entlein und hätte auf einer wichtigen Auslandsreise in der Mongolei die Stutenmilch wieder erbrochen, die ihr zuvor ihre Gastgeber angeboten hatten. Gut, Letzteres hat zwar der Spiegel neulich so oder so ähnlich tatsächlich berichtet, aber nur ausnahmsweise.

Wahrscheinlich hat der zuständige Kollege in einem schwachen Moment einfach die Nerven verloren, ist unter der tonnenschweren Last der vielen Geheimnisse zusammengebrochen. Denn eigentlich war diese Information »unter drei«. Dieser Code bedeutet für uns Journalisten, dass es sich um vertrauliche Informationen handelt, die nur unter Kollegen weitergetratscht werden dürfen. In der Zeitung haben sie dagegen nichts zu suchen. Das ist der hippokratische Eid der Korrespondenten. Ja, auch wir haben ein Berufsethos! Ich nehme diese Regeln sehr ernst, deshalb wäre mir ein solcher Lapsus nicht passiert. Wo kämen wir auch hin, wenn jeder um die Geheimnisse des Berliner Geschehens wüsste? Die besten Restaurants wären überlaufen, und allein meine Bettgeschichten des letzten Monats würden die Republik in ihren Grundfesten erschüttern.

Außerdem fällt die Liebesbeziehung zwischen Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine in den privaten Bereich. Niemanden geht es etwas an, dass die beiden in den einschlägigen Swingerclubs ein- und ausgehen und Frau Wagenknecht ein kleines Stalin-Tattoo oberhalb der linken Brustwarze trägt. Mein Mund bleibt daher weiter verschlossen, genauso wie Lafontaines Bürotür in der Mittagspause.

Atze Svoboda

 

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