audienzTim Schulzenhagen aus Bonn entrichtete am 24. Juni folgendes Gesuch:

Jetzt haben wir den Salat: Ein unschuldiger Radfahrer wurde bereits umgefahren. Sollte Joachim Gauck seine Kandidatur zurückziehen, aus der Verantwortung heraus, Schlimmeres zu vermeiden?

 

 


Sehr geehrter Herr Schultzenhagen,

wer ein hohes Amt anstrebt, sieht sich im besonderen Maße moralischen Ansprüchen ausgesetzt. Doch wenn wir einen Blick in die Geschichte werfen, dann sehen wir, dass herausragende Persönlichkeiten stets kleine Schwächen hatten: Jesus trug ungepflegtes Haar, Goethe schnupperte an Schlüpfern und Günther Jauch hat bis zum heutigen Tag Potsdam noch nicht vollständig aufgekauft. Das schmälert jedoch kaum die Erfolge, um die sich diese großen Männer verdient machten. Käme man etwa auf die Idee, mir meine 13 unehelichen Kinder vorzuwerfen, wo ich doch in so einmaliger Weise all die Jahre jeden Cent aus meiner Firma gequetscht habe und das Gequängel meiner unterbezahlten Mitarbeiter so heldenhaft ertrug? Wohl kaum, denn kleine Unvollkommenheiten muss man akzeptieren, wenn sie durch fantastische Leistungen kompensiert werden. Und deshalb sollten wir auch Joachim Gauck mit Milde behandeln und wilde Spekulationen, z.B, dass er seinem Fahrer betrunken befohlen hat, den Radfahrer zu töten, erst gar nicht in die Welt setzen. Denn ich bin mir sicher, dass wir ihm Großartiges zu verdanken haben.

Mit sicheren Grüßen

xxx

Chefredakteur

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