Lebt eigentlich Peer Steinbrück noch?

Lebt er noch?Ja, er lebt sogar noch sehr gut von diversen Honoraren und Pensionen. Außerdem tingelt er als Kabarettist übers Land und präsentiert seinen berüchtigten Humor aus dem Kopf eines Humorlosen. Aber natürlich geht es immer noch einen Zacken besser – finanziell gesehen. Darum hat Steinbrück nun auch ein Buch geschrieben mit dem schönen Titel »Das Elend der Sozialdemokratie«.

Doch wer eine Biographie vermutet, irrt. Das Buch ist lediglich eine Abrechnung mit der SPD, die vor die Hunde geht. Dafür findet Steinbrück in seinem Werk triftige Gründe. So macht er zum Beispiel die »Vielfaltseuphorie«, die Forderung nach der Vermögenssteuer, sprich die »verrückten Linken«, für das Siechtum der Genossen verantwortlich.

Ja, schlimmer noch: »Jeder Kanzlerkandidat der SPD (geriet bisher) in ein Dilemma. Er musste sich tendenziell linken Positionen öffnen, die aber teils nicht unerhebliche Vermittlungsprobleme in der Mitte der Gesellschaft haben.« Kurzum, nach all den Jahren von Schröder und Gro-Ko ist die SPD nicht rechts genug. Darauf muss man erst mal kommen!

Doch Steinbrück beschränkt sich nicht nur auf die Analyse, sondern gibt auch gute Tipps. Denn wenn die Sozialdemokratie überleben möchte, dann muss sie einen neuen Ansatz finden. Der könnte seiner Meinung nach »Freiheit im digitalen Kapitalismus« (der analoge war ihm nicht gut genug) heißen. Auch einer Debatte über die deutsche Leitkultur dürfe sich seine Partei nicht länger verweigern. Denn nur, wenn man die schlechte Integration von Ausländern thematisiert, kann man wieder von den Leuten gewählt werden, denen man danach die Sozialleistungen kürzen kann.

Wer etwas über das Elend der Sozialdemokratie erfahren möchte, dem sei Steinbrücks Werk tatsächlich dringend ans Herz gelegt.


Andreas Koristka

 

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