Über die Frauen gestolpert ...

… sei Torsten Albig, schrieben die Zeitungen – wie über sperrige Geräte, die nackt herumliegen! Halt, von »nackt« war nicht die Rede, das ist mir in den Text gerutscht. Trotzdem: Ein bisschen mehr Respekt vor der Frau an sich bei der Metaphernwahl kann man von Zeitungsschreibern schon verlangen. Oder bin ich zu empfindlich?

Zu den Fakten: 1. Albig ist nicht mehr Ministerpräsident in Schleswig-Holstein. 2. Das hat er seiner Ollen zu verdanken bzw. den schleswig-holsteinischen Bäuerinnen, die meinten, dem Mann eins auswischen zu müssen. Dabei hat der alles richtig gemacht: Er wollte nicht mit einer Lebenslüge leben (Ehrlichkeit in der Politik), nicht beim Landespresseball eine Frau hinter sich herziehen, die er doch am liebsten mit dem Hund zu Hause gelassen hätte. Er hatte auch Mitleid mit dieser vorgealterten Person (Empathie in der Politik). Er wollte nicht mehr ertragen, dass sie »zu Hause zwischen Kindern und Haushalt gefangen« ist. Gefangen – in einer freien und offenen Gesellschaft! Das sagte er kurz vor der Wahl einem Publikumsblatt.

Er wollte den Schleswig-Hosteinern auch nicht länger zumuten, dass ihre First Lady von Melania oder Ivanka Trump so weit entfernt ist wie die Kieler Bucht von der Copacabana. Er wollte auch zu Hause »auf Augenhöhe« die Probleme des Landes besprechen. Der Wähler darf erwarten, dass sein MP nach Feierabend nicht ins Koma fällt (Rahmenbedingungen in der Politik). Deshalb nahm sich der Torsten eine Frische (Konsequenz in der Politik). Mit der hat er nicht nur überhaupt mal wieder, sondern auch ausgesprochen gründlichen Sex. Besonders als die beiden nur »von Brühe und verdünnten Säften« lebten, wie er dem Blatt berichtete. Was den Albig auch zum Wohle Schleswig-Holsteins viel dünner gemacht hat. Nun ist er ganz weg.

Ach ja, das Frauenwahlrecht! Natürlich sollen auch schleswig-holsteinische Bäuerinnen an der politischen Willensbildung mitwirken. Aber vielleicht nur solche vor dem Klimakterium.

Atze Svoboda

 

Kommentare 

 
#1 LIsa 2017-07-02 19:42
Herzerwärmend, dass das Frauenwahlrecht etwas für "schleswig-holsteinische Bäuerinnen" ist. Es scheint so, als wäre der einzige Bauer der Schreiber, denn die Dame räumt ab.
Zitat
 

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