Auslese
»Ausländer raus!« – aus Heft 4/2016

Das Verhältnis zwischen der Presse und ihren Lesern, dem Fernsehen und seinen Zuschauern scheint gestört. Viele Deutsche misstrauen den Medien. Manche sagen sogar schlimme Wörter, beschimpfen zum Beispiel Claus Kleber als Propagandisten, als willfährigen Büttel der Bundesregierung und eitlen Geck, den die Kanzlerin gefügig machte, indem sie ihn am Scheitel aufhing, bis eine seiner Gesichtshälften abrutschte. Doch es gibt auch weniger sachliche Stimmen. Sie erreichen vermehrt in Form von beleidigenden Leserbriefen die Redaktionen und lassen Journalisten, gestandene Alkoholiker, weinen. Wie konnte es dazu kommen?

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DeutschInnen, wehrt euch! – aus Heft 3/2016

burkhklNach Köln ist in Deutschland nichts mehr so, wie es einmal war. Sicherlich, der 31.12.2015 war ein schrecklicher Tag. Doch alles hat auch sein Gutes. Denn nun ergreift endlich der Feminismus die ehemals schwanzgesteuerten Herzen der Menschen. Allerorten sitzen die Deutschen ratschlagend beieinander, meiden das generische Maskulinum und hassen die Horden aus dem Norden Afrikas, die hierher gelangten, um deutsche Frauen, deutsche Treue und deutsche Domplatte zu beschmutzen. Doch noch ist das Vaterland nicht verloren und wehrt sich gegen die chauvinistische Invasion aus dem Morgenlatte.

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Der Blinddarm – aus Heft 3/2016

jaegerklMag es denn auch unbequem sein, mag es selbst Mut, ja Courage erheischen, wird man es dennoch einmal aussprechen dürfen: Unsere (!) Demokratie ist keine Wegwerfwindel, sie ist vielleicht sogar deren Gegenteil. Sie will (um im Bilde zu bleiben) wiederaufbereitet, will sozusagen gepampert werden, auch und gerade in diesen Tagen, in denen der Wahrheit ein eisiger Hauch in den Nacken bläst!

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Der grün-schwarze Hybrid – aus Heft 2/2016

kretschmannklWer Winfried Kretschmann verstehen will, muss ihm in der Kirchenchorprobe in Sigmaringen-Laiz auflauern.Wenn Dienstagabend ist, lässt Deutschlands erster grüner Ministerpräsident alles stehen und liegen, auch die junge Fahrradfahrerin, die sein Chauffeur mit dem Daimler 500 Plugin Hybrid an der roten Ampel gerade umgekarrt hat, um nicht zu spät zu kommen. Denn nichts hasst sein Chef mehr als Unpünktlichkeit.

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Timeline statt Deadline – aus Heft 2/2016

»Wer schreibt, der bleibt!« – Seit der Mensch denken kann, hat er öffentliche Toilettentüren mit seinen Gedanken und Fantasien in der Hoffnung verunziert, sich dadurch unsterblich machen zu können. Die digitale Weiterentwicklung dieses von den Psychologen »Pharao-Syndrom« genannten Charakterzugs sind soziale Internet-Plattformen. Jedes Schweinekotelett wird dort zum Wohle der Allgemeinheit gepostet, jedes animierte GIF geteilt, um sich ein Denkmal für die Nachwelt zu setzen. Doch viele User, die ja oft auch nur Menschen sind, fragen sich: Was geschieht wirklich mit meinen Daten nach dem Tod?

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