Auslese
Aufschnitt für alle! – aus Heft 8/2016

Es zieht auf dem Korridor des Max-Planck-Instituts, und der Hocker gehört auch geölt. Aber wer mit der größten Wissenschaftlerin der Gegenwart verabredet ist, beklagt sich nicht über Fußnoten. Mademoiselle Charpentier klone nur noch schnell einen Nacktmull, sagt die junge Assistentin mit dem französischen Akzent und den lustigen Klecksen auf dem Weißkittel. Das »Wozu?« verkneift sich der Laie. Durch die Labortür dringt ein Würgen und Furzen. Es ist die Melodie neuen Lebens.

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Kommt der Daustritt – aus Heft 7/2016

brexitBleiben die Briten in der EU oder hausen sie in Zukunft fern des restlichen Europas auf einer verregneten Insel? Darüber durften die Bewohner nun abstimmen. Wie das Referendum ausgegangen ist, interessierte bei Redaktionsschluss allerdings niemanden. Die entscheidende Frage in Deutschland lautet vielmehr:
Wenn die Briten über den Brexit entscheiden dürfen, wieso dürfen die Deutschen nicht ihrerseits über einen Daustritt abstimmen? – Doch was bisher niemand weiß: Sie dürfen. In einer ungeahnten Charme- und Demokratie-Offensive will die Bundesregierung am 23. Oktober 2016 ein Referendum abhalten, in dem über den Daustritt abgestimmt werden soll.

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Die neue Willy – aus Heft 7/2016

nahlesklEigentlich mag sie keine Homestories, wie die enttäuschte Klatschpresse zu berichten weiß, doch Andrea Nahles macht eine Ausnahme und empfängt in der Vulkaneifel auf ihrem Bauern hof. Die Hoffnung der deutschen Sozialdemokratie steht knöcheltief in der Maissilage. Aus der Gärmasse steigt ein süß-säuerlicher Verwesungsduft auf. Und die Silage riecht auch nicht viel besser. »Das Aroma hier erinnert ein wenig ans Willy-Brandt-Haus«, sagt Nahles und lächelt zurückhaltend. Auch während sie über Fäulnisprozesse in organischer Materie und ehemaligen Volksparteien spricht, bleibt sie sachlich leise. Ihr Imagewandel fällt ins Auge.

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Die Radiopredigt – aus Heft 07/2016

Liebe Hörerinnen und Hörer zu Hause an den Endgeräten, gesegneten Sonntag! Ich möchte heute mit Ihnen sprechen über eine Zeile aus einem Lied, das dieser Tage unversehens und hurtig im Äther auf Radiowellen mir zuflog, wie dem Propheten Petrus die Taube, und die mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf geht:
»Isch ficke Deine Mudda, weil isch misch dabei gut fühle.« Verfasst hat sie der unter jungen Leuten mit Migrationshintergrund weithin bekannte Künstler Farid Bang.

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An Lippis Lippen – aus Heft 6/2016

LippiWer Wolfgang Lippert googelt, könnte erschrecken, schreien, sich auf den Boden werfen, denn er ist tot! Herzinfarkt. Das hat er nicht verdient. Dick und kahl war er am Ende, verziert mit einem Seidenschal, so weit gesunken, anderer Leute Haare zu schneiden. Dann erst begreift man: Google hat den falschen Lippert in die Poleposition gesetzt (wahrscheinlich hat der Verstorbene gespendet). Der »richtige« Wolfgang Lippert muss natürlich gänzlich oben stehen. Und dann lange, lange nüscht. Denn er ist der einzige Lippert, der es zu Ruhm gebracht hat. Man kennt ihn von Ahrenshoop bis Zarrenthin, von Ahlbeck bis Zabenstedt (doch wer kennt schon Zabenstedt?). Ob Mann, ob Weib – alle rufen ihn bei seinem Kosenamen, was eigentlich nur Honi vorbehalten bleiben sollte.

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