Auslese
Rache, Neid und böse Worte - aus Heft 8/2011

Was will Hannelore Kohl ihrem Mann eigentlich noch alles antun?

Hannelore Kohl

Hat ihn niemand mehr lieb? Gibt es keinen mehr in seiner Partei, der ihn mal von oben bis unten herzt und knuddelt? Von Journalisten, politischen Weggefährten und der eigenen, selbstgeschaffenen Familie bis auf die Haut ausgezogen, muss er öffentlich in Schutt und Asche baden. Vor allem sein Privatleben, von dem zu Amtszeiten kein böser Pieps an die Öffentlichkeit drang, liegt für alle sichtbar am Boden: Die Frau, die ihn vorn und hinten vier Jahrzehnte lang sauber hielt und, ohne je zu murren, seinen privaten Hintergrund brav ausgemalt hat, bläst sich aus purem Egoismus das Lebenslicht weg – und statt es damit gut sein zu lassen, wirft die alte Petze noch Jahre nach dem selbstverschuldeten Tod mit einem finsteren Buch nach ihm, das ihn als kalten Ehemann und eisiges Familienoberhaupt in Grund und Boden zetert.

 

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Behandelt wie Verbrecher und Idioten - aus Heft 8/2011

»Nieder mit Google. Jeder Schwachkopf kann sein Erbrochenes auf Jahre an meinen Namen pappen«
Mathias Matussek via Twitter

Verbrecher und IdiotenDie ganze Nacht sitze ich an einer Öllampe und lese. Der Schein flackert unentwegt über Das katholische Abenteuer, das neueste Buch Matthias Matusseks. Ich achte darauf, dass die Flammen nicht hochschlagen, um nicht aufzufallen. Hier, tief im Wald in einem Loch, bin ich relativ sicher davor, entdeckt zu werden. Was ich tue, ist etwas streng Verbotenes, denn ich nicke zustimmend, während ich Matussek lese.

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Dünn, dick, tot - aus Heft 7/2011

fischerklEs ist ein berührender Film. Zu Beginn sitzt der Protagonist noch im Gefängnis, später kommt alles anders. Er stählt seinen Körper durch Sport, wird entlassen und schließlich von seinem Land beauftragt, aus humanitären Gründen in den Krieg zu ziehen. Dort angekommen wird alles niedergemäht: Kopfschuss, Bauchschuss, Sockenschuss. Joseph Martin Fischer sitzt im Kinosessel und verdrückt vor Ergriffenheit einige Tränen. »Rambo II ist sehr bewegend«,schluchzt er. Da könne er direkt ein Stück weit mitfühlen, gibt er zu Protokoll, bevor er in selbiges schnäuzt.

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Was meint Graf Eucharius Casimir? - aus Heft 7/2011

Noch schöner als Fraueneishockey ohne Bodycheck und mit Gesichtsschutz ist Frauenfußball. Frauenfußball – das eingelöste Versprechen, hier und jetzt, unter unser aller Sonne, dass die Welt ihrer Vervollkommnung entgegenstrebt, dass sich der Homo sapiens zum sanftmütigen, rücksichtsvollen Wesen entwickelt. Frauenfußball ist gelebte Ernst Blochsche Utopie, ist die endgültige und irreparable, Quatsch: irreversible Durchsetzung der Prinzipien der großen Französischen Revolution, ist die Synthese aus kantscher Sittlichkeit und antikisch-neomoderner Grazie, ist, um nicht länger damit hinterm Berg zu halten: einwandfrei tipptopp und bombengerade enorm prima.

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Ilse Aigner will sich rasieren - aus Heft 7/2011

Berlin, 22. Juni 2011. Angela Merkel steht vor dem Holocaust-Mahnmal und schreit laut in ihr Handy. Wolfgang Schäuble improvisiert vor dem Hauptbahnhof auf einer Akustikgitarre und schnorrt wahllos Passanten an. Auf dem Schiffbauerdamm schrammt Roland Pofalla immer wieder mit seinem Segway an parkenden Autos entlang. – Wer an diesem Tag durch Berlins Regierungsviertel schlendert, kann viele derartige Szenen beobachten.

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