Auslese
Schlag auf den Meißel - aus Heft 10/2011

Sie »achtet kein Leben, tötet und zerstört nur«

Nach elf Jahren auf dem samtbezogenen Sessel der Parteivorsitzenden und sechs Jahren nervtötender Regentschaft hat jetzt auch der Spiegel mitbekommen, welch grauenvolle Rednerin diese unsere Frau Merkel ist. In Heft 29/2011 beklagt er ihre »Unfähigkeit, gute, vielleicht auch große Worte zu finden«, bezeichnet ihre politische Kommunikation als »Desaster« und mokiert sich über Merkels »Stümperei« vor Kameras und Mikrophonen, ja über die mit widerlichsten Versatzstücken »aus dem grausigen Baukasten der Abteilungsleiterbürokratie « zusammengepappten Manuskripte dieser unserer Weltenlenkerin und Schlunzbirne.

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Herr der schlappen Hüte - aus Heft 9/2011

uhrlauklEs war der stärkste Tag in seinem Leben. Die Uhr zeigte den 7. Mai 2008, als in Berlins Mitte in einem feierlich zurechtgebürsteten Staatsakt der mächtigste Grundstein versenkt wurde, den die Erde jemals hat fressen dürfen: Der erste Schritt zum neuen Domizil des Bundesnachrichtendienstes ward mit Tuten und Blasen getan, und Ernst Uhrlau, sein Präsident, freute sich wie ein neugeborener Schneekönig. 720 Millionen frische Euro, 260 000 neue, unbefleckte Quadratmeter für Büros, Labore und weltumzirzende Nachrichtentechnik inklusive der Garderoben für die Trenchcoats und Schlapphüte, 4000 Geheimdienstbeamte, die hier Deutschland vor den langen Augen und gierigen Fingern des Auslands schützen: Beim Gedanken an diese rosige Zukunft rieselten Uhrlau riesige Portionen unbändigen Glücks rauf und runter.

 

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Müssen wir alle sterben? - aus Heft 9/2011

Müssen wir alle sterben?Diese Frage stellten sich in diesen Wochen alle Geldbesitzer. Die erschreckende und einhellige Antwort: wahrscheinlich ja. – Schuld daran sind die Börsen. Denn was in den letzten Wochen dort geschah, ließ selbst alle Fachleute erzittern. Am Morgen war noch alles ruhig, der Dax ging leicht hoch, am Vormittag dann ging der Dax runter, am Mittag ging er wieder ein Stück vor, später aber erneut zurück, um am Nachmittag in den Keller zu gehen, bevor er erst rein und dann raus ging, bis er schließich am Abend gar nicht mehr zu erreichen war und sich von seiner Frau am Telefon verleugnen ließ.

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Die dreisten Drei - aus Heft 9/2011

Die Zahl Drei fasziniert seit jeher die Menschen. Sie ist quasi eine heilige Zahl, was sie von überflüssigen Zahlen wie der 17 oder 0,0841 unterscheidet,die allenfalls zum Abbilden des jährlichen Pro-Kopf-Verbrauches vonArtischockenherzen oder Panflöten zu gebrauchen sind. Die Drei findet sich in der Dreifaltigkeit aus Vater, Sohn und Heiligem Geist, bei der Fee hat man drei Wünsche frei, dem Teufel werden drei goldene Haare ausgerissen,und Schneewittchen würde es mit drei Zwergen getrieben haben, hätte sie nicht Lust auf weitere vier gehabt.

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Held an der unsichtbaren Front - aus Heft 8/2011

jahnDie Stasi-Ausstellung in der Berliner Zimmerstraße ist ein grausiger Ort. Wie brutal hier mit Opfern umgesprungen wird! In olivgrünen Polstern zucken sie auf kleinen Bildschirmen wie komische Stummfilmfiguren. Man soll wohl denken: Ach, so hat die Stasi das gemacht, Regimegegner in Plüsch erstickt! Die Opferlebensläufe haben die Museologen jeweils dazugelegt. Da liest man verblüfft, dass die Toten in diesem schmutzgrünen Mausoleum durchweg am Leben sind. Aber hier sind sie eingesargt und müssen nun wohl ihr Lebtag lang Opfer bleiben.

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