Auslese
Das Wüten der Elefantenkuh – aus Heft 6/2012

Sascha LoboMaik Eggebrecht ist 36 Jahre alt, und man sieht es auf den ersten Blick: Dieser Mann ist anders. Wenn er täglich durch die Berliner U-Bahn streift, erkennt man ihn schon von Weitem an seinem umgekehrten Irokesenschnitt. Die Mitte des Kopfes ist kahlgeschoren, und über den Ohren hat er sich jeweils drei Haarhörnchen geformt, ganz genau so, wie sie sonst von Straßenpunks getragen werden. Eggebrechts linke Gesichtshälfte ziert ein tätowiertes Spinnennetz und seinen restlichen Körper eine zerschlissene Bomberjacke, Zehn-Loch-Doc-Martens-Stiefel und ein rosafarbenes Tutu. Maik Eggebrecht will erkannt werden als das, was er ist: Der weltgrößte Sascha-Lobo-Fan, Anhänger des unbestrittenen Stars der »Internetpeople (wie wir Internetpeople uns nennen)« (Sascha Lobo).

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Geh da nicht hin, Andrés! – aus Heft 6/2012

Den richtigen Umgang mit einem Land wie der Ukraine zu finden ist schwer. Dass dort unerträgliche Zustände herrschen, bestreitet niemand: Viele Leute sitzen in Unfreiheit in den Gefängnissen, aufgrund einer Änderung der Verfassung müssen alle Einwohner den ganzen Tag lang Schaschlik essen, und nachts wird es dunkel. Solcherlei Missstände anzuprangern ist seit jeher Aufgabe deutscher Fußballspieler. Sie betreten den Rasen auf dem Gebiet einer Nation erst dann, wenn auch der letzte in diesem Land im Gefängnis sitzende Querulant von Nationalmannschaftsarzt Dr. Müller-Wohlfahrt am Sprunggelenk operiert und fit gespritzt wurde.

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Verhunzt und verzwergt – aus Heft 5/2012

BahringTrüb war der Nachmittag im Mai vor 20 Jahren. Der bedeutende Dilettant in preußischer Geschichte, Verwaltungsrecht und patriotischer Maulhelderei, Professor Arnulf Baring, war soeben 60 Jahre alt geworden. Streitbar sei er, hatte es geheißen, ein unbequemer Mahner, die Demokratie wäre wahrlich unklug, würde sie auf einen wie ihn pfeifen.

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Winterkorn, die Sau! – aus Heft 5/2012

Klicken für größere AnsichtEine Unsitte ist das! Völlig unangemessen! Martin Winterkorn verdirbt die Gehaltsstrukturen in Deutschland, indem er als VW-Manager fast so viel verdient wie die Aktionäre. Ein Unding! Denn von wessen Geld konnten all die Autos zusammengeschraubt und montiert werden? – Eben! Die Wut auf Leute wie Winterkorn scheint dementsprechend berechtigt.

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Mit Zornespurpur in den Nasenlöchern – aus Heft 4/2012

WoelkiPurpur ist eine seltene Farbe im Berliner Problembezirk Wedding. Sie ist dort so rar wie Menschen, die ein Lächeln tragen oder einen frischen Schlüpfer. Nun ist der Rot-Ton auch hier heimisch geworden und strahlt stolz von der Osloer Straße. Denn Rainer Maria Woelki war sich nicht zu fein, genau in diese heruntergekommene Wohnlage zu ziehen.

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