Auslese
Greise in die Kohlegrube! – aus Heft 12/2012

pruestelklFrüher war es regelrecht ein Vergnügen, alt und gebrechlich zu sein. Man hatte ein Sippe, die für einen sorgte. Wenn man spätestens mit Mitte 30 die letzten Zähne verlor, versammelte sich die Familie und kümmerte sich mit Knüppeln so lange um den unnützen Esser, bis der dahin ging, wo es besser für ihn war. Davon hatten alle was.

 

 

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Einzahl, Mehrzahl, Rübezahl – aus Heft 11/2012

Kat WeidnerArbeitslos trafen wir uns seit je um sechs früh im Wald: der Philosoph, ein Slawist und ich. Still rauchten wir im Nebel zum Start am Steinpilzfleck, dann kroch jeder für sich in die Schonung. Um acht gab’s am Findling ein Pils, um zehn das Ei mit Senf – ein spartanischer Sport ohne Stress und Strapazen. Am Nachmittag fragte einer: »Wie lange noch?«, und die anderen antworteten: »Bis es finster wird.«

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Gestern noch auf stolzen Rossen – aus Heft 11/2012

WulffSeine Nase trägt schwer unter der Last der Buße: Christian Wulff hat sich zur Selbstkasteiung eine schwarze Rahmenbrille aufgesetzt. Ein Zeichen, eine Demutsgeste nur, jedoch eine, die ihn mehrere tausend Euro gekostet hat. Spät abends, wenn er das Nasenfahrrad, das er gegen den Dienstwagen eingetauscht hat, absetzt, zeigen sich auf der Haut über dem Os nasale rote Schlieren. Dann fragt er sich, wie lange er das alles mitmacht: seine Rolle als Sündenbock der Politik, als Watschenmann des Lobbyismus, als schwarzer Peter der Patchwork-Väter in Geldnöten. Doch will er seine Immobilie in Großburgwedel abbezahlen, muss er da durch. Denn Christian Wulff ist Deutschlands einziger Berufstunichtgut.

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O Ecuador, o Ecuador! – aus Heft 10/2012

AssangeWohl jeder kennt die Situation aus eigener Erfahrung: Man sitzt zu Hause am Rechner, macht aus Versehen streng geheime Depeschen aus dem Pentagon öffentlich und wird anschließend von zwei schwedischen Nymphomaninnen zum Sex gezwungen, die später das genaue Gegenteil behaupten. Für viele Mittvierziger ist das Alltag.

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Als dauernd ein Nicht verschwand – aus Heft 10/2012

lanzklMarkus Lanz, der smarte Junge mit den glattgewichsten Grinsebäckchen, hegt offenbar einen verwegenen Plan. Kurz vor dem Start der ersten Wetten, dass ...?-Show ohne richtigen Showmaster wird der Saubermann vom Dienst frech. Mit seinem gekonnten Schlag gegen den Altmeister Gottschalk wagte er das Unfassbare. Einer Zeitung sagte er: »Ich bin mir ganz sicher, dass er Wetten, dass …? schaden will.« Eine naheliegende Vermutung – denn Gottschalk produziert sich zeitgleich mit Lanzens Wetten, dass …? bei RTL. Aber so was sagt man doch nicht!

 

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