Auslese
Erschlage mal einer den Holzmichl! – aus Heft 8/2012

Die antisemitische HitparadeStets im Sommer zieht es Menschen zu Open-Air-Events. Dort suchen sie die Begegnung mit musizierenden Kleinkollektiven, sogenannten Bands. Eine davon sind De Randfichten. Ihr wild zusammengenagelter Veranstaltungsort liegt zwischen den Greifensteinen, tief in Sachsen und noch tiefer im Erzgebirge. Thomas Behlert wollte die Herbert-Roth-Preisträger von 2000 endlich kennenlernen und begab sich eines unschuldigen Samstags zum »Fantreffen der Randfichten «. Hier sein Telex.

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In deinem Land verfügbar – aus Heft 8/2012

Jeder kennt sie: In einer Umfrage sagten neun von zehn Deutschen, sie hätten bereits von ihr gehört. Jeder mag sie: Derselben Umfrage zufolge wird sie in ihrer Beliebtheit nur noch von GEZ und FDP übertroffen. Aber weil sie aus Bescheidenheit gern im Hintergrund bleibt, weiß kaum jemand wirklich etwas über die GEMA – bis jetzt.

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Die Lady Gaga unter den Fusselrollenbesitzerinnen – aus Heft 7/2012

Annette SchavanWenn Annette Schavan abends das Ministerium für Bildung und Forschung verlässt, dann kann es vorkommen, dass sie wie Knäckebrot krümelt. Kleine selbstgerechte Teilchen fallen von ihr ab und ordnen sich hinter ihrem Rücken in braven Zweierreihen. Die Bildungsministerin selbst lächelt dazu milde in ihren Hosenanzug und plant den kommenden Tag: Büroklammern sortieren, Briefe vorfalzen und mit viel Geduld die Bläschen aus der Luftpolsterfolie drücken. Jede Partei braucht solch eine gewissenhafte Persönlichkeit: Nur langweilig und dröge, das wird Annette Schavan dabei nie.

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Wo der Hund begraben liegt – aus Heft 7/2012

WARUM?Am Vormittag des 24. Mai seilten sich Elitepolizisten der GSG 9 von einem Helikopter ab und stürmten das Anwesen des Hells-Angels-Chefs Frank Hanebüchen unter dem Vorwand, dieser sei in krumme Geschäfte verstrickt und habe einen türkischen Türsteher zuerst foltern und dann einbetonieren und dann noch mal foltern und noch mal einbetonieren lassen. Die vermummte Kommandoeinheit führte sich während der Razzia auf wie die Vandalen, demolierte das Garagentor, verwüstete die Terrasse, knickte frisch geknospte Tulpen um und erschoss dann Hündin Leila. Warum das Tier sterben musste, ist noch immer unklar. Besonders besorgniserregend: Es ist nicht das erste Mal, dass unschuldige Haustiere in die Schusslinie des undurchsichtigen Killertrupps laufen.

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Das Wüten der Elefantenkuh – aus Heft 6/2012

Sascha LoboMaik Eggebrecht ist 36 Jahre alt, und man sieht es auf den ersten Blick: Dieser Mann ist anders. Wenn er täglich durch die Berliner U-Bahn streift, erkennt man ihn schon von Weitem an seinem umgekehrten Irokesenschnitt. Die Mitte des Kopfes ist kahlgeschoren, und über den Ohren hat er sich jeweils drei Haarhörnchen geformt, ganz genau so, wie sie sonst von Straßenpunks getragen werden. Eggebrechts linke Gesichtshälfte ziert ein tätowiertes Spinnennetz und seinen restlichen Körper eine zerschlissene Bomberjacke, Zehn-Loch-Doc-Martens-Stiefel und ein rosafarbenes Tutu. Maik Eggebrecht will erkannt werden als das, was er ist: Der weltgrößte Sascha-Lobo-Fan, Anhänger des unbestrittenen Stars der »Internetpeople (wie wir Internetpeople uns nennen)« (Sascha Lobo).

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