Auslese
Nannens Tagebücher – aus Heft 12/2013

Es ist ruhig geworden um Henri Nannen. Seit seinem Tod tritt der große Mann des deutschen Tittenjournalismus’ kaum noch in Erscheinung. Seinen 100. Geburtstag müssen die Nannen-Jünger ohne ihren Messias feiern. Dafür wartet aber der EULENSPIEGEL mit einer Weltsensation auf. Pünktlich zum Jubiläum veröffentlichen wir die als verschollen geglaubten Nannen-Tagebücher. Darin zeigt sich die cholerische Schrankgestalt von einer völlig neuen Seite. Von wegen Macho, Nazi und Psychopath. Nannen war auch Frauenheld, Hitler-Fan und unverkrampfter Sadist. Nach der Lektüre des vier Millionen Seiten umfassenden Werks erscheint der Stern-Erfinder als ganz normaler Übermensch. Schon jetzt steht fest: Die deutsche Nachkriegsgeschichte sowie die Stern-Spezial-Edition »100 Jahre Henri Nannen. Ein Stern, der seinen Namen trägt« müssen zu weiten Teilen umgeschrieben werden. Hier der erste Teil einer exklusiven Serie.

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Die wie am Schnürchen tanzen und beten kann – aus Heft 11/2013

EckardtEs hätte so schön schmecken können, wenn der Wähler artig mitgespielt hätte! Doch statt die Grünen anständig mit Stimmen zu füttern, ließ er sie in den Urnen verhungern, schenkte ihnen statt der versprochenen dicken 15 Prozent nur dünne 8,4. Und während Renate Künast, Claudia Roth und Jürgen Trittin sich vor den auf Vollgas laufenden Kameras der Rundfunkanstalten ins nackte Schwert stürzten, drehte im Bühnenhintergrund eine andere unschuldig ihre Däumchen: Katrin Göring-Eckardt.

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Wie viel Göring steckt in Gauck? – aus Heft 11/2013

Wir als sein Volk kennen ihn ausschließlich als den Mann, der im Alleingang die Mauer niedergerissen und den Menschen der DDR die Freiheit geschenkt hat. Wir kennen ihn als den Mann, den wir aus tiefster Überzeugung heraus, in Gestalt der Bundesversammlung und im zweiten Versuch – nachdem wir fälschlicherweise zwei Jahre zuvor dachten, der Wulff sei das bessere Staatsoberhaupt –, zu unser aller Präsident erkoren haben. Und wir kennen ihn als den Mann, der uns diese Zögerlichkeit, ihn erst im zweiten Anlauf gewählt zu haben, als Christ und Mensch und dufter Spitzenkumpel verziehen hat, ohne uns dafür im tiefsten Innern zu hassen, auf dass wir alle verrecken mögen, dahingemeuchelt von seinem Protestantengott, zu dem er jeden Tag ehrfürchtig betet wie ein kleines weinerliches Kind.

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So tickt der Busen-Blome – aus Heft 10/2013

BlomeEs ist sehr einfach, Witze über Namen zu machen. Erst recht im Falle von Nikolaus Blome. Aber ist das wirklich lustig, lustig, traleralala? Nein, denn Nikolaus Blome ist ein guter Mann, dem man nicht genug danken kann – dafür zum Beispiel, dass er vor Kurzem Kai Diekmann glänzend als Bild-Chefredakteur vertrat. »Micaela Schäfer – Hupen (anfassen) erlaubt «, »Mäusefäustchen oder Melonenform: Die große Busen-Bilanz« oder »Margaret Thatcher ist tot« waren nur einige der gelungenen Schlagzeilen unter seiner Ägide. Solch eine erfolgreiche Arbeit weckt natürlich Begehrlichkeiten. Und da der Spiegel trotz größter Anstrengungen immer noch nicht ganz das Niveau der Bild erreicht hat, warb der neue Spiegel-Chef Büchner Blome sofort ab. Doch worauf müssen sich die Spiegel-Mitarbeiter jetzt gefasst machen? EULENSPIEGEL erklärt den Blome-Bengel:

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Nazis nicht nötig – aus Heft 10/2013

Deutschland hatte 2012 den höchsten Bevölkerungszuwachs seit dem Anschluss der Ostgebiete zu verzeichnen. Vielleicht sind die Deutschen ein totes, vielleicht ein scheintotes Volk – aber ein sterbendes sind sie nicht! Zu verdanken ist das Wachstum des Humankapitals jedoch nicht jungen, fertilen Frauen, auch nicht Alten, die das Leben nicht lassen wollen, bevor nicht das letzte Stück Bienenstich im Pflegeheim genossen ist. Zu verdanken ist das allein Deutschlands gutem Ruf in der Welt. In Grosny beispielsweise erzählen die Mütterchen auf der Uliza Putina einander, dass man, so man Frank - furt/Oder lebendig erreicht, ein Stück Land in der Uckermark geschenkt bekommt, und wenn man im zweiten Sommer sein Kartoffel-Abgabesoll erfüllt, dann auch die Staatsbürgerschaft und eine Kuh.

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