Auslese
Der auf leisen Zungen daherkommt – aus Heft 6/2014

Der auf leisen Zungen daherkommtEs gibt lebende Menschen, bei denen man zweimal hinschauen muss, um sie zu bemerken. Und dann sieht man: Das atmet sogar! Zu ihnen zählt äh … na … bitte noch mal … genau: Hermann Gröhe. Erst als er unlängst in einer Talkshow – die Erinnerung an sie sollte noch nicht vergilbt sein – die Anregung in den Raum schob, jedes zweite Krankenhausbett wegzuwerfen, weil kaum einmal jemand darin wohnt, schreckte die Öffentlichkeit auf und entdeckte, dass ihr bereits seit vier Monaten ein neuer Bundesgesundheitsminister vor der Nase sitzt. Nämlich Gröhe – ein Minister, der auf die Nachfrage, was dann bei einer millionenschweren Epidemie zu tun sei, die Lösung aufbot, die Verseuchten in häuslicher Pflege auszutherapieren – oder sie brächten einfach ihr Bett mit in die Klinik (Originalrezept ähnlich).

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Dem rechten Sektor werden wir nicht weichen! – aus Heft 6/2014

Noch ist die Revolte nur ein Aufflackern: Einige Schüsse im Wald, die die Hofhunde in Panik versetzen, Krakeel vor einigen Rathäusern, Stunk an der Fleischtheke und Proteste auf KFZ-Zulassungsstellen. Aber auch Tote. Erst heute, im Morgengrauen, hat der 24-Stunden-Service »Pietät« aus Doberlug-Kirchhain einen Toten aus der Stadt gefahren. Ebenso in Aschersleben. In Bad Muskau wurde, erkennbar in provozierender Absicht, ein Papierkorb umgestoßen. Gestern war der Geldautomat in Fürstenwalde, also in der Citylage des Ortes, von einer gereizten Menge besetzt – top ausgerüstete, entschlossene Leute. Äußerlich ruhig, doch subkutan brodelte es.

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Geschrei ohne Ball – aus Heft 5/2014

KloppoAls Jürgen Klopp 1967 trotz massiven Gegenpressings geboren wurde, war er vom Anpfiff weg voll konzentriert. Sein Ehrgeiz war geweckt. Er winkte den Arzt nah an sein zu einer Grimasse verzerrtes Gesicht und schrie ihn an, dass er auf diese Scheiße hier überhaupt keinen Bock habe. Eine Geste, die authentisch schien und Ehrlichkeit, Emotionalität und Lockerheit ausstrahlte. Seinen Eltern war er damit auf Anhieb sympathisch, und so verhalfen sie ihm zu einem Werbevertrag mit Baldriantropfen.

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Krake im Gezeitentümpel – aus Heft 5/2014

Es ist Krieg! Und er ist besonders schlimm, weil er kalt ist. Stand der Russe früher auf unserem Boden, so gräbt er sich nun in unsere Herzen. Mit der ihm eigenen dämonischen Boshaftigkeit will er unsere Liebe gewinnen und uns gefügig machen. All das kraft seiner bezaubernden Worte und seiner geschmeidigen Bärenzunge, die uns sanft den Nacken leckt. Leider scheint er mit dieser billigen Masche Erfolg zu haben. Denn laut einer TNS-Umfrage äußern 55 Prozent der Deutschen »viel oder etwas Verständnis dafür, dass Kremlchef Wladimir Putin die Ukraine und besonders die Krim als Teil der russischen Einflusszone betrachtet«.

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Helene, nicht von dieser Welt! – aus Heft 4/2014

HeleneHelene Fischer ist perfekt. Strahlend schön, mit einer Stimme wie Sphärenklang, die sogar von Haus aus dumpfe Schlager wie das Bachsche Air hell erklingen lässt, und einem Charme, dem kein menschliches Wesen widerstehen kann. Ihre Zähne funkeln wie glasierte Tafelkreide, ihre Haut ist so glatt wie eine Wachstuchdecke. Nicht ein Härchen sprießt ihr aus der Nase, nie stockt auch nur ein Tröpfchen Schweiß in ihrer noch immer quasi jungfräulichen Achselhöhle, und es gibt keinerlei Beweis, dass sie jemals eine Toilette benutzt hat.

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