In deinem Land verfügbar – aus Heft 8/2012

Jeder kennt sie: In einer Umfrage sagten neun von zehn Deutschen, sie hätten bereits von ihr gehört. Jeder mag sie: Derselben Umfrage zufolge wird sie in ihrer Beliebtheit nur noch von GEZ und FDP übertroffen. Aber weil sie aus Bescheidenheit gern im Hintergrund bleibt, weiß kaum jemand wirklich etwas über die GEMA – bis jetzt.

GEMA

Wie ist die GEMA entstanden?
Von der GEMA selbst gibt es zu dieser Frage keinerlei Informationen, und unter Historikern ist das Thema umstritten. Als wahrscheinlichste Variante gilt, dass sie 1985 von Herbert Grönemeyer gegründet wurde, um die Zeit zwischen Plattenveröffentlichung und Tournee finanziell zu überbrücken.

Was bedeutet das Wort GEMA?
Die GEMA verweigert diesbezügliche Auskünfte mit der Begründung, es handele sich um ein Geschäftsgeheimnis. Der letzte Journalist, der zu diesem Thema recherchierte, verschwand zunächst spurlos und wurde eine Woche später in einem Baum erhängt aufgefunden. Ein Anfangsverdacht gegen Herbert Grönemeyer erhärtete sich nicht, am Ende stellte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen ein. Das war 1997. Danach gab es keine Versuche mehr, in diesem Bereich Erkenntnisse zu gewinnen.

Wie viele Mitarbeiter hat die GEMA?
Die genauen Zahlen sind unter Verschluss, jedoch schätzen Experten, dass jeder vierte Deutsche bei der GEMA beschäftigt ist, also etwa sieben Milliarden Menschen.

Was macht man als GEMA-Mitarbeiter eigentlich so?

Die GEMA hält sich zu diesem Thema aus Datenschutzgründen bedeckt. Unseren Beobachtungen zufolge hängen die Aktivitäten von der Tageszeit ab: Abends werden GEMA-Mitarbeiter vorwiegend im Außendienst eingesetzt, das heißt sie schleichen um Wohnhäuser herum und lauschen auf verdächtige Musikgeräusche, um im Erfolgsfall eine Rechnung schreiben zu können. Tagsüber sind sie dagegen bei Youtube unterwegs und tippen immer wieder den Satz »Dieses Video ist in deinem Land nicht verfügbar« – im Schnitt 800 mal pro Tag und Mitarbeiter.

Wie kann man sich als GEMA-Mitarbeiter bewerben?

Gar nicht – man wird der Firma zugeführt. Zweimal pro Jahr, im Frühjahr und im Herbst, besuchen GEMA-Rekrutierer jeden einzelnen Kindergarten in Deutschland, machen diverse Tests und nehmen anschließend die für geeignet befundenen Kinder mit, um sie in firmeneigenen Eliteschulen auf ihr späteres Leben vorzubereiten. Die Eltern erhalten als Entschädigung eine CD von Herbert Grönemeyer, die sie bei Zimmerlautstärke unentgeltlich hören dürfen.

Wie funktioniert das mit den GEMA-Gebühren genau?

Das System ist nicht nur streng geheim, sondern auch recht komplex und kann hier aus Platzgründen nicht in allen Details erläutert werden. Im Wesentlichen läuft es jedoch darauf hinaus, dass Schülerbands für ihre Auftritte Geld an die GEMA zahlen, die dieses daraufhin an Herbert Grönemeyer weiterleitet.

Wieso regen sich alle über die GEMA-Gebührenreform 2013 auf?
Die Gebührenreform führt dazu, dass viele Clubs erheblich mehr Geld an die GEMA zahlen müssen als bisher und deshalb pleite gehen, weil die DJs ihre iPods, von denen die Musik abgespielt wird, nicht mehr bezahlen können. Den Kritikern geht diese Reform nicht weit genug. Sie verlangen, dass Jugendliche, die in der U-Bahn für alle gut hörbar GEMA-pflichtige Musik von ihren Handys abspielen, auf der Stelle erschossen werden.

Macht die GEMA damit nicht die fantastische Club-Kultur in Berlin kaputt?

Hoffentlich ja. – Allerdings schadet sie auch der Kita-Kultur, da Kindergärtnerinnen den Kleinen nur noch GEMA-freie Musik vorsingen dürfen, also im Grunde nur noch »Ein Jäger aus Kurpfalz« und verschiedene Beats aus dem Bereich Fusion Rockjazz.

Wo hat die GEMA ihren Sitz?

Aus Sicherheitsgründen gibt es dazu keine offizielle Auskunft. Man kann jedoch davon ausgehen, dass er sich auf einer abgelegenen Südseeinsel befindet und von einer Roboterarmee bewacht wird.

Wer führt die GEMA?
Im Vereinsregister ist als Vorsitzende eine gewisse »Mandy Schwakowiak« eingetragen – eine Frau dieses Namens findet man jedoch in keinem Telefonbuch. In Wirklichkeit handelt es sich vermutlich um Herbert Grönemeyer

Christian Kandeler

 

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