DeutschInnen, wehrt euch! – aus Heft 3/2016

burkhNach Köln ist in Deutschland nichts mehr so, wie es einmal war. Sicherlich, der 31.12.2015 war ein schrecklicher Tag. Doch alles hat auch sein Gutes. Denn nun ergreift endlich der Feminismus die ehemals schwanzgesteuerten Herzen der Menschen. Allerorten sitzen die Deutschen ratschlagend beieinander, meiden das generische Maskulinum und hassen die Horden aus dem Norden Afrikas, die hierher gelangten, um deutsche Frauen, deutsche Treue und deutsche Domplatte zu beschmutzen. Doch noch ist das Vaterland nicht verloren und wehrt sich gegen die chauvinistische Invasion aus dem Morgenlatte.

Im Soldiner Eck im Berliner Stadtteil Wedding sitzt man aufgeregt beieinander und steckt die Köpfe auf eine Armlänge Abstand zusammen. »Es ist schrecklich, was gerade überall passiert«, sagt der Frührentner Udo Bölnick (57). Er hat von dem Schicksal deutscher Frauen erfahren, die von den Islamern seit Neuestem überall geschändet werden. »Das ist ein Skandal! Was denken Sie denn, wann ich das letzte Mal einem Vollweib die Pobacke getätschelt habe«, fragt er herausfordernd. »Vor zwei Minuten, als die dicke Moni neben der Jukebox eingeschlafen ist«, beantwortet er seine Frage selbst. Aber da habe er, Bölnick, lediglich Glück gehabt, dass kein Dahergeschwommener aus dem Maghreb ihm zuvorgekommen sei. Man sieht das Wasser in seinen Augen nicht, aber in seinen Mundwinkeln. Der ehemalige Industrieschlosser legt die Finger in die Wunde zwischen Monis Beinen: »Die Ölaugen belästigen alles weg, was nicht bei zwei auf den Dattelpalmen ist, und wir Alteingesessenen können sehen, wo wir Hand anlegen können«, sagt er. »Das ist doch der eigentliche Skandal! Das und diese hässlichen Weiber in dieser Spelunke hier!«

In der Kneipe im Problemkiez trifft man viele Deutsche, die ebenfalls bangen um die Sache der Frau. Scheinbar jeder hat seine eigenen negativen Erfahrungen gemacht mit dem mangelhaften Feminismus der Neuankömmlinge. Einer, der nicht näher genannt werden möchte, erzählt, dass er neulich nach einer durchzechten Nacht wegen einer Nichtigkeit mit einer weiblichen Bekanntschaft aneinandergeriet, die er später auf offener Straße nach Strich und Faden zusammenschlug. Doch niemand interessierte sich für diese Auseinandersetzung. Er ging nach Hause, schlief seinen Rausch aus und musste am nächsten Tag feststellen, dass der RBB in seinen Abendnachrichten minutenlang über einen Nordafrikaner berichtete, der in der S-Bahn einer Frau ins Gesicht geschlagen hatte. Ungerecht sei das gewesen, weil man als Deutscher gar nicht mehr ins Fernsehen komme.

Im brandenburgischen Schönwalde-Glien ist man aus Zorn auf die Frauenhasser bereits aktiv geworden. Jeden Montag findet seit Kurzem eine Demonstration gegen die neu geschaffene Frauenschänderunterkunft am Ort statt. Auf der Veranstaltung wollen sich nur wenige gegenüber der Lügenpresse äußern. Es geschieht wohl aus der Angst heraus, man würde sie als bucklige inzestuöse Dorfdeppen mit kleinen Schwänzen darstellen. Einer, der sich doch anonym zu Wort meldet – seine Schulterblätter sind verwachsen und in seinem Schritt zeichnet sich kaum eine Beule ab, als er seine Schwester küsst –, versucht den Protest ideologisch zu untermauern. Er erklärt, dass er sich selbst in der Tradition berühmter Frauenrechtlerinnen sehe und sich lange mit dem Werk bekannter Feministinnen beschäftigt habe, egal ob sie Simone de Beauvoir oder Sasha Grey heißen. Außerdem sah er sich auch schon mal ein Spiel des Frauenfußballclubs Turbine Potsdam an, »bis er nach fünf Minuten vor Langeweile kotzen musste«. All das und der durch die Frauenhassersammelstelle verursachte Wertverfall seiner Reihenendhaus-Immobilie, seinem Lebenswerk, bestehend aus 120 Quadrametern mit Buchsbaumbewuchs (letzte fällige Rate voraussichtlich im Juli 2060), hat ihn politisch aktiv werden lassen.

»Unsere Mitstreiter*Innen besorgt zu nennen wäre eine Untertreibung«, sagt er zwinkernd, deutet auf ein paar mit Heizöl und Benzin gefüllte Glasflaschen, die er in seinem Rucksack trägt und erläutert: »Unser Brandsatz, äh, Ansatz ist ganzheitlich. Wir wollen nicht, dass reaktionäre unemanzipatorische, also letztlich freiheitsfeindliche Ideen unfiltriert in die aufgeklärte deutsche Gesellschaft rüberditschen und alles anstecken, wie wir es schon zig Mal in den Zombie-Filmen gesehen haben.« Man kennt das: Araber beißt deutschen Mann, deutscher Mann infiziert sich mit Islam und vergewaltigt deutsche Frau. So wollen sich die Schönwalder ihren schönen Feminismus nicht kaputtmachen lassen! Gute deutsche Werte, wie das höfliche Fragen, bevor man (oder frau) seinen (oder ihren) Lustschwengel in eine Dame rammt, dürfen ihrer Meinung nach nicht verloren gehen. Es ist unter den neuen Frauenrechtlern im Ort daher selbstverständlich, dass, wie Frauke Petry und Beatrix von Storch es so schön erläutert haben, Flüchtlinge an der Grenze erschossen gehören. Das soll selbstredend ohne Ansehen ihres Geschlechts geschehen: »Wir würden niemanden nicht erschießen, nur weil er weiblich ist! Das ist genau diese Gleichberechtigung, die dem Nordafrikaner abgeht«, sagt der Demoteilnehmer und reibt sich nachdenklich mit der Mistforke unter der Nase.

Auch andernorts treten die Patriarchatskritiker in Aktion. Neben der direkten politischen Aktion setzt man auch auf die Kraft des Wortes. In Köln wollten AfD-Sympathisanten nun sogar eine eigene Frauenrechtszeitschrift veröffentlichen. Eine Emma für Rassisten sozusagen. Die Pläne scheiterten nur, weil man schließlich feststellen musste, dass es diese Zeitschrift bereits gab: die sogenannte Emma. Doch davon lässt man sich nicht aufhalten. Man hört bereits munkeln, dass die AfD-Sympathisanten den Schulterschluss mit anderen feministischen Kräften suchen. Beispielsweise mit der CSU, die Frauen lieber hinterm Herd sieht als vom Araber belästigt. Oder mit der NPD, die sexistische Ausländer am liebsten allesamt abschieben lassen würde.

Doch gerade die NPD tut sich noch schwer. Sie scheint mit den gesellschaftlichen Entwicklungen nicht Stechschritt halten zu können und profitiert kaum vom derzeitigen Feminismus-Trend. Zukünftig möchte die Partei laut einem Insider eigene Akzente in der Zuwanderungsdebatte setzen und den schrecklichen Antisemitismus, grundgesetzfeindliche Tendenzen und die generelle Homophobie unter den Flüchtlingen zur Sprache bringen. Auch dass manch ein Neuankömmling Sympathien für Adolf Hitler hegt, werde man nicht verschweigen. Denn solche Leute können wir in unserem Deutschland wirklich nicht gebrauchen.


Andreas Koristka
Zeichnung: Burkhard Fritsche

 

 

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