Die Frau, die Ebola besiegt – aus Heft 9/2014

merkelHartnäckigen Gerüchten zufolge plant Angela Merkel ihren Rücktritt. Durch eine vorzeitige Amtsniederlegung möchte sie einer peinlichen Abwahl oder einem längst fälligen Attentat zuvorkommen. Sie selbst hat sich noch nicht öffentlich dazu geäußert, was sie im Anschluss an ihre politische Karriere tun will. Nachgesagt werden ihr Ambitionen auf die EU-Ratspräsidentschaft und den Posten des UN-Generalsekretärs. Doch Merkel hat noch viele weitere Alternativen, die allesamt alternativlos erscheinen.

Pensionaufstockerin

Extravaganz liegt Merkel nicht. Am liebsten isst sie Kartoffelsuppe, liest gerne, hat sich ausdauernd an die Spitze eines Landes gearbeitet und hartnäckig so lange Widersacher beseitigt, bis sie zur mächtigsten Frau der Welt aufge stiegen und ihre maßlose Machtgier halbwegs befriedigt war. Wieso sollte sie diese Bodenständigkeit plötzlich verlieren, wenn sie aus dem Amt ausscheidet? Sie könnte also wie jeder andere Ruheständler ihre Pension als Regalauffüller im Supermarkt aufbessern und sich dann in Griechenland ein Ferienhäuschen als Altersruhesitz kaufen. Da viele Griechen dank der von Merkel diktierten Sparauflagen pleite sind und ihre Immobilien billig verkaufen müssen, könnte sie die Früchte ihrer politischen Arbeit endlich auch mal privat genießen (nach einer angemessenen Karenzzeit natürlich).

Firmenmaskottchen

Ihr Vorgänger Gerhard Schröder hat es getan, viele ihrer ehemaligen Mitarbeiter haben es getan: Sie sind nach dem Ausscheiden aus der Politik zum Arbeitsamt gegangen, haben Fortbildungsmaßnahmen absolviert, sich bei unzähligen Unternehmen beworben und haben nach einem Dutzend unbezahlter Praktika endlich eine Firma gefunden, die bereit war, sie als Cheflobbyisten, Aufsichtsratsvorsitzende oder Sachbearbeiter im Vertriebssupport zu engagieren. Am liebsten ist es den Unternehmen dabei, wenn sich der ehemalige Politiker schon während seiner Amtszeit für Interessen des Unternehmens eingesetzt hatte. Bei Merkel wäre das die marktkonforme Demokratie als solche, was sie praktisch für alle Firmen der Welt als Mitarbeiterin und Firmenmaskottchen interessant macht. Auch hat sie sich sehr ins Zeug gelegt für dies und das und für Dinge, die einem spontan jetzt nicht einfallen. Aber da war schon so einiges. Bekannt ist z.B. ihre Leidenschaft für diese eine Sache da, dieses, na, Dings hier. Das war ja quasi ihr Lieblingsthema. Dementsprechend wird sich schon jemand in diesem Bereich finden, der sie einstellt.

Möglich wäre auch, dass sie den momentan unbeliebtesten Job der Welt übernimmt und BER-Chefplanerin wird. Sie könnte den Bau des Flughafens so lange aussitzen, bis Wissenschaftler eine Alternative zum Fliegen entwickelt haben.

Mutter Angela

In konservativen Kreisen ihrer Partei gilt es als relativ unwahrscheinlich, dass Merkel mit einem Mal – z.B. beim Aufräumen hinter dem Sofa – ihre christlichen Werte entdeckt und von da an dem Vorbild Mutter Teresas folgt. Dabei könnte sie in Afrika vielen Hunderten Menschen das Leben retten. Denn wer es in der CDU bis ganz nach oben geschafft und dabei Bazillen wie Kohl, Koch und Wulff überlebt hat, dem können auch Ebola-Virus und Malaria nichts anhaben.

Messie-Merkel

Soldaten in Kriege schicken, verschuldete Südeuropäer knechten und in den Selbstmord treiben, Guido Westerwelle als Vizekanzler – Merkels politische Arbeit war nicht immer ein Vergnügen. Möglich, dass sie von der traumatisierenden Arbeit einen psychischen Schaden davongetragen hat, der über den in Politikerkreisen üblichen hinausgeht. Es sollte demnach nicht verwundern, wenn sich Merkel demnächst in ihre Datsche in der Uckermark zurückzieht, wo sie versucht, die plötzliche Leere mit der Aufzucht und Versorgung putziger Ameisenbären zu füllen. Sie wird dann nur noch regelmäßig in die Schlagzeilen kommen als die verrückte Ameisenbär-Lady aus Templin, die unbedarften Wanderern auflauert, um ihnen Ameisenbären auf die Schultern zu setzen, die den Wanderern ihre langen Zungen in die Ohren stecken.

Wetten-daß..?-Moderatorin

Dank der sie beinahe ununterbrochen umgebenden Journalisten hat Merkel bereits beste Kontakte in die Unterhaltungsbranche. Und nicht nur das. Fast alle Journalisten finden sie obendrein großartig. Ein Merkel-Fan wie der Chefredakteur des Bayerischen Fernsehens Sigmund Gottlieb wird also mit Sicherheit einen Posten für Merkel schaffen können. Als Kabarettistin und Merkel- Imitatorin könnte sie Matthias Richling ersetzen. Da sie ihre Regierung gut moderiert, wäre auch eine eigene Sendung denkbar. Mit dem Vortragen endlos aneinandergereihter Substantivierungen könnte sie mit ihrer monotonen Aussprache jeden Abend die Zuschauer in den Schlaf wiegen. Vorläufiger Titel der Sendung: »Gute Nacht, Deutschland!«

Doch nicht nur im öffentlich-rechtlichen Staatsfernsehen hätte sie gute Karrierechancen. Da sie sich längst an die dauernde Überwachung ausländischer Geheimdienste gewöhnt hat, könnte sie im Big-Brother-Container ohne Scheu auftreten.

Klugscheißerin

Helmut Schmidt war seinerzeit als Kanzler sehr umstritten, gilt aber aktuell als der klügste Staatsmann aller Zeiten. Wie wird man also Angela Merkel nach dem Ausscheiden aus der Politik erst verehren, wenn sie schon jetzt die beliebteste Frau der Welt ist? Diesen Status wird sie weiter ausbauen, pausenlos Interviews geben und Ratgeber veröffentlichen wie »Tatenlosigkeit mit Augenmaß«, »Lavieren für Fortgeschrittene« und »Gelassenheit durch Finger-Yoga – so geht auch Ihnen der Datenschutz am Arsch vorbei«. Wie Helmut Schmidt, der überall rauchen darf, sollte sich aber auch Merkel eine kleine, illegale Schrulle zulegen und es sich z.B. angewöhnen, ihren Gesprächspartnern alle paar Minuten sachte mit der Handkante ins Genick zu schlagen.

Ungeheuer

Zweifellos ist Merkel etwas ganz Besonderes und damit ein interessantes Objekt für die Forschung. Sie könnte ihren Körper der Wissenschaft überlassen. Die Forscher werden ihr Gewebe entnehmen und geheime Substanzen verabreichen. Eines der Experimente wird schiefgehen, und Merkel wird zu einem Monster mit gewaltigem Gesäß heranwachsen, mit dem sie in der Lage sein wird, selbst die Apokalypse auszusitzen. Merkel wird zur uneingeschränkten Herrscherin über die Welt und alle angrenzenden Sonnensysteme.

Egal für welchen Weg Angela Merkel sich letztlich entscheiden wird: Es besteht kein Zweifel, dass Deutschland untergeht, wenn sie weg ist!

Carlo Dippold
Zeichnung: Hannes Richert

 

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