Dem rechten Sektor werden wir nicht weichen! – aus Heft 6/2014

Noch ist die Revolte nur ein Aufflackern: Einige Schüsse im Wald, die die Hofhunde in Panik versetzen, Krakeel vor einigen Rathäusern, Stunk an der Fleischtheke und Proteste auf KFZ-Zulassungsstellen. Aber auch Tote. Erst heute, im Morgengrauen, hat der 24-Stunden-Service »Pietät« aus Doberlug-Kirchhain einen Toten aus der Stadt gefahren. Ebenso in Aschersleben. In Bad Muskau wurde, erkennbar in provozierender Absicht, ein Papierkorb umgestoßen. Gestern war der Geldautomat in Fürstenwalde, also in der Citylage des Ortes, von einer gereizten Menge besetzt – top ausgerüstete, entschlossene Leute. Äußerlich ruhig, doch subkutan brodelte es.

Das alles wird von den Landräten, der Polizei und der Presse natürlich unter der Decke gehalten. Dennoch ist nicht länger zu leugnen: Proostdeutsche Einheiten – manche sagen »Banden« – schaffen ein Klima der Angst und sorgen für Busverspätungen und leergefegte Plätze (z.B. im vogtländischen Adorf, wo nach sechs keine Seele mehr auf der Straße ist).

Das Virus des Separatismus rast wie die Pest um die Welt – die Venezianer haben ihren Markusplatz mit Baumaschinen besetzt, die Katalanen morden nicht mehr, sondern erpressen ein Referendum, die Uiguren erstechen im Wochenabstand Chinesen auf Bahnhöfen, Tibeter verbrennen sich alleweil, die Bayern träumen von einer weiß-blauen Monarchie, und in Lübben haben sich mindestens zwei dem Ordnungsamt namentlich bekannte Männer mit »knallsicheren« Hun - den zu einer Bürgerwehr zusammengeschlossen! Proostdeutsche Separatisten agieren nicht im luftleeren Raum. Der terroristische Impuls der Spalter, ihre Motivlage, ist wissenschaftlich gut erforscht und gilt für jeden »plötzlichen« Versuch, einen eigenen Staat zu eröffnen. Separatistische Tendenzen zeigen nur Ethnien mit einer reichen, tief in der gesellschaftlichen Psyche verwurzelten Kultur und großer Literatur (Erik Neutsch, Otto Gotsche). Den Separatisten schließen sich Menschen an, die
• gegen ihren Willen oder wenigstens ohne ihr Zutun einem fremden Staat einfach angeschlossen wurden,
• die gekränkt und gedemütigt aus ihren Karrieren verstoßen wurden,
• die von der fremden Staatsmacht lächerlich gemacht wurden – meist wegen ihrer Sprache (»Flugzeug« statt »Flieger«), ihrer Kleidung (Kittelschürze) und ihres Liedgutes (Die Partei, die Partei … oder Wie ein Stern) und denen ein unguter Eigengeruch nachgesagt wird,
• die zu Dankbarkeit gegenüber ihrer »neuen Heimat « und zu Unterwerfung unter die neuen Eliten genötigt wurden,
• deren Geschichte »neu«, und zwar als Geschichte von Sauereien und Verbrechen, erzählt wird,
• die ihren Glauben (Marxismus/Leninismus) nicht mehr leben dürfen.

Dann ist der Riemen runter. Dann heißt es: Von der Krim lernen heißt siegen lernen! Oder wie in einer Flugschrift, die in der Niederlausitz kursiert:
Lieber Putin, hör das Flehen,
wir könn‘ die Merkel nicht mehr sehen!
Oder wie es an einer Handwagenbarrikade in Langenwetzendorf für ein paar Minuten zu lesen war:
Die Hessen und die Schwaben waren
so böse wie die Krimtataren.

Offenbar ist das Eiapopeia der deutschen Einheit nur dünner Firnis über einem tiefen Abscheu. Tatsächlich haben die Ostdeutschen, von ein paar Emporkömmlingen im Bereich der Fernsehunterhaltung abgesehen, sich dem bundesstaatlichen Gemeinwesen nie zugehörig gefühlt. Sie sind in ihrer Parallelwelt aus ostelbischen Bräuchen, kommunistischen Ritualen und schönen Erinnerungen an den Ehrendienst in der NVA gefangen, wie die Türken in Deutschland in den ihren. Als besonders infam, ja als »miesen Trick« empfinden sie es, dass ausgerechnet zwei bedauernswerte Sonderlinge aus ihrem Kulturkreis zu den wichtigsten Figuren des Staates erhoben wurden, während es praktisch keine ostdeutsche Frau und Mutter an die Spitze eines börsennotierten Unternehmens geschafft hat.

Der Zorn ist groß. Könnten die proostdeutschen Truppen sonst so viel Unterstützung in der Bevölkerung finden? Man bringt ihnen mit regionalen Spezialitäten belegte Brote an die Checkpoints, in den Gefechtspausen – neulich erst in Suhl, als zwei niedrigfliegende Aufklärungshubschrauber der Polizei von einem Jägeranstand aus mit Tannenzapfen beworfen wurden – geben sich junge Frauen den Kämpfern in Uniform hin. Apropos Uniform: Das brandenburgische Regionalfernsehen enthüllte jüngst die geheime Existenz eines riesigen Materiallagers der NVA bei Strausberg, aus dem ganz Ostdeutschland, sollte der Westen es mit Sanktionen bedrohen, ein Jahr lang mit warmer Kleidung, Komplektekeksen, Atomschokolade und Munition versorgt werden könnte.

Jetzt kann man nur hoffen, dass es nicht zu blutigen Racheakten an den Funktionsträgern des westdeutschen Regimes kommt, insbesondere an jenen windigen Ehrgeizlingen unter den Ossis, die sich rasch zu Bürgermeistern der Großgemeinden machen ließen und europäische Fördermittel für zahlreiche Kreisverkehre akquirierten. Fast nicht mehr zu verhindern, auch nicht mehr durch Einspruch aus Russland, von wo die proostdeutschen Kämpfer manches Wurstpäckchen und Wodkafläschchen erhalten, ist die Besetzung und Erschießung des MDR. Damit wäre die Propagandazentrale der Merkel-Clique ausgeschaltet.

Vor wenigen Tagen ließ die Regierung mitteilen, wie teuer die deutsche Einheit war – das soll den Ostdeutschen in dieser kritischen Lage ein schlech tes Gewissen machen: 2 Billionen Euro, eine Summe, für die sich Deutschland ganz Österreich und die Ukraine hätte kaufen können! Das Geld ist draufgegangen für Renten und Sozialleistungen an die Ossis, die praktisch alles geschenkt bekommen haben. Merkel hat nun also die Wahl: Entweder sie schickt den »Rechten Sektor « unter Führung von Prof. Lucke gegen ihre Landsleute vor – oder sie blecht dieselbe Summe noch einmal, die dann aber von den proostdeutschen Separatisten und selbsternannten »Volksbürgermeistern « verteilt wird. Oder wir kaufen uns für die Knete einen richtigen eigenen Oligarchen.

Wie auch immer, das Referendum am 25. Mai, dem Tag der Europawahlen, mit der Frage »War in der der DDR alles schlecht – ja oder weiß nicht« wird ihr schon zeigen, wo der Hammer hängt. Schon schmückt man die Wahllokale mit Bildern von Täve Schur und Dagmar Frederic, und die Kinderchen summen manch scheinbar längst vergessenes Kampflied dabei …

Zu einer gefährlichen Zuspitzung kam es allerdings kürzlich durch eine aus verständlichem Hass geborene Geiselnahme. Sie hätte Europa fast an den Rand des 3. Weltkrieges geführt – und darüber hinaus. Steinmeiers geduldige Intervention, Obamas Appelle, eine nächtliche Sitzung des UN-Sicherheitsrates, Anrufe von Merkel und die Tatsache, dass sich Putin nicht mit mir solidarisierte, haben mich aber bewogen, Klara, der Katze dieser widerlichen, prowestdeutschen Frau Dr. Müller-Hodenfeld, den Schlag meines Schuppens zu öffnen.

Ich kann dem Vieh nur raten, sich bis zum Referendum aus den Kampfhandlungen herauszuhalten.

Mathias Wedel

 

Kommentare 

 
#1 Bernd Schulz 2014-06-13 22:06
Ich bin Ende ´89 aus dem sozialistischen Arbeitsprozeß ausgeschieden und von meinem Eule- Abo getrennt worden.
Aber im Gegensatz zu den "DDR- Bürgern" wurde ich ja deutsch erzogen, trotz der blauen Klamotten!
Deshalb hatte ich auch nie solche Probleme mit der Bundesrepublik, die ja eigentlich Deutschland und nicht Sowjetzone war. Seit der Wende wohnen wir als Mieter in einem katholischen Haus in einer katholischen Stadt.
Niemand hat mich hier nach meiner politischen Meinung gefragt oder gar zu etwas aufgefordert.
Diese "Auseinandersetz ungen" zwischen Wessis und Ossis sind doch nur "Conchita"!
Ich komme mit allen hin, auch wenn ich von Türken umzingelt bin.
Bekloppte Türken imitieren doch nur bekloppte Deutsche. Und natürlich muß ich mich nur für wenige Exossis schämen, die sich hierhin verpi... haben.
Zitat
 

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