So tickt der Busen-Blome – aus Heft 10/2013

BlomeEs ist sehr einfach, Witze über Namen zu machen. Erst recht im Falle von Nikolaus Blome. Aber ist das wirklich lustig, lustig, traleralala? Nein, denn Nikolaus Blome ist ein guter Mann, dem man nicht genug danken kann – dafür zum Beispiel, dass er vor Kurzem Kai Diekmann glänzend als Bild-Chefredakteur vertrat. »Micaela Schäfer – Hupen (anfassen) erlaubt «, »Mäusefäustchen oder Melonenform: Die große Busen-Bilanz« oder »Margaret Thatcher ist tot« waren nur einige der gelungenen Schlagzeilen unter seiner Ägide. Solch eine erfolgreiche Arbeit weckt natürlich Begehrlichkeiten. Und da der Spiegel trotz größter Anstrengungen immer noch nicht ganz das Niveau der Bild erreicht hat, warb der neue Spiegel-Chef Büchner Blome sofort ab. Doch worauf müssen sich die Spiegel-Mitarbeiter jetzt gefasst machen? EULENSPIEGEL erklärt den Blome-Bengel:

Im Jahr 1963 ist die Bonner Blome-Mutter im Babyfieber. »Niederkunft mit Nikolaus« heißt ihr Motto. Die anderen Leute feiern den irren Spätsommer-Spaß, während das Bonner Blome-Baby bummelt. Beschäftigt es sich lieber im Mutterleib mit albernen Alliterationen? Hat es keine Lust zu leben? Ahnt es die Kälte der Ekel-Welt? Ist es schwul? Dann geht alles doch ganz schnell. Per stumpfsinniger Sturzgeburt kommt der Nikolaus 1963 schon im Sommer. Die Familie ist um ein Mitglied größer. Ein richtiger Blome-Boom! Mutter und Vater im Freudentaumel. Ob sie viel Sex haben? Ob die Blome-Busen beim Bumsen bimmeln? Man kann es nur vermuten.

Es vergehen nur wenige Jahre, in denen außer billigen Belanglosigkeiten rein gar nichts passiert. Doch dann: Kindheit kaputt! Nikolaus kommt in die Schule. Kinder können so grausam sein! Die Schikanen-Schüler hänseln ihn. So kann man es sich vorstellen: Sie machen Mies-Scherze über Nikolaus’ angeblich kleine Rute und den großen Sack. Das ist nicht witzig, sondern primitiv und hat mit Weihnachten nichts zu tun. Außerdem ärgern sie den späteren Spiegel-Star, weil er angeblich eine arrogante, selbstgefällige Hack-Fresse hat. Aber stimmt das wirklich?

Nikolaus hält es nur bis zu seinem Schul-Abschluss an der Perfid-Penne. Danach will er seinem Land dienen. Bei unseren Soldaten in Afghanistan! Doch der Krieg am Hindu-Kush hat noch gar nicht begonnen! Peinlicher Patrioten-Patzer! Wie dumm ist Blome wirklich? Er leistet seinen zweijährigen Dienst notgedrungen im Nato-Haupt-Quartier im belgischen Mons ab. Dort lernt er alles, was einen richtigen Mut-Mann ausmacht: Dosen-Stechen und Daumen-Drehen – der gefährliche Alltag unserer Bundeswehr-Soldaten. Er verteidigt mit ihnen unsere Freiheit und seine Karriere!

Nach der Bundeswehr kommt alles anders. Blome hat ein »Po«blem. Denn er weiß nicht, wo er seinen Allerwertesten unterbringen kann. Schließlich die Rettung! Er studiert an der Elite-Universität Sciences Po Paris! Wer dort lernt, erhält hinterher einen richtig guten »Po«sten. Viele Absolventen der Hoch-Schule findet man in wichtigen »Po«sitionen. Ihre Untergebenen halten sie sogar für ausgewachse Är... Blomes Studium verläuft »po«sitiv. Gleich darauf bekommt er »Po«st von der Henri-Nannen-Journalistenschule. Sein Aufnahme-Antrag war erfolgreich. Po kann es weitergehen!

An der Henri-Nannen lernt Blome alles, was einen guten Journalisten ausmacht. Stümmel-Sätze schreiben. Binde-Striche machen und Wörter in rekordgroßen Verrücktmaßen erfinden. Aber am allerwichtigsten: schicke Frisuren tragen! Er sieht toll aus, wenn er über den Campus läuft! Fast so gut wie die genesene Jenny Elvers-Elbertzhagen. Man sieht es ihm an: Blome ist stolz auf sich, denn er hat es geschafft. Man würde nie eine Alkohol-Sucht vermuten, wenn man ihn so betrachtet. Seine Augen leuchten. Hat er womöglich ein neues Liebes-Glück gefunden? Ist er im Pärchen-Paradies? Hat er seinen Fick-Frieden gemacht? Blome will es nicht verraten. Aber er lächelt und fast sieht es so aus, als riebe er sich einen Lust-Fleck aus der Stoff-Hose, bevor er sich ein Scham-Haar zwischen den Zähnen hervorzieht.

Nach anderthalb Jahren schließt Nikolaus die Journalisten-Schule ab. Geschafft! Endlich! Nach dem Abschluss kommt der Abschuss. Bier, Wein Sekt. Blome lässt es richtig krachen! Feiert mit seinem besten Freund: sich selbst. Er freut sich, denn jetzt beginnt das wahre Leben. Sofort nach der Feierei beginnt er beim Tagesspiegel, nach ein paar Jahren heißt es: »Willkommen bei Welt«. Dank seines Charakters ist er überall gern gesehen. Von hinten. Wohl auch deshalb landet er schließlich bei Bild.

In der Bild-Redaktion kann er sich richtig ausleben. Jeden Tag arbeitet er mit seinen Kollegen an guten Geschichten. Sie recherchieren, was »Prinz Puff« treibt, wie es »König Koitus« ergeht und wo »Fürst vorzeitiger Samenerguss« am Wochenende feiern geht. Außerdem gelingt Blome der TV-Durchbruch. Mit Auchdabei-Augstein hat er sogar eine eigene Fernseh-Sendung auf Phoenix. Mit dieser hält der Präventions-Papst jugendliche Zuschauer vom Kiffen ab, weil sie Fremdscham in bewusstseinserweiternden Mengen auslösen kann. Der Macher-Mann hat eben auch ein Herz für Kinder.

Als wäre dies alles nicht genug, veröffentlicht Buch-Blome tolle Blome-Bücher. In ihnen gibt er alles preis, was er in seiner Journalisten-Zeit über Politiker erfahren und erfunden hat. Der Hirbel-Höfling erzählt in seinen Werken, dass die Kanzlerin gerne mal »Sch...« sagt, wenn sie sich ärgert.

Damit macht er die Sch...-Schabracke nur sympathischer. Man kann ihm jedenfalls nicht vorwerfen, einer dieser Neider, Nörgler und Niederschreiber zu sein, die unser schönes Deutschland (herrlicher Herbst am Wochenende!) kaputtmachen. Im Gegenteil: Blome ist ein Juchzer, Jubler, Jumbo-Lober der Extra-Güte und der Spiegel wird viel Freude an ihm haben. Der erste Titel mit ihm dürfte auch schon feststehen: Hitler-Uhr – jetzt spricht der Proll-Proktologe des Produktdesigners! Darauf darf man sich jetzt schon fulminant freuen.

Andreas Koristka
Zeichnung: Frank Hoppmann

 

 

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