Auslese
Der wunderbare Feuerblumenschießer – aus Heft 11/2017

FeuerblumenscheißerDer bayerische Innenminister Joachim Herrmann kam 1956 zur Welt, als er in München ein bisschen zu fest aufgepustet wurde. Seitdem kann er sich nicht mehr völlig unbeschwert bewegen. Kontakte mit spitzen Gegenständen sind für ihn tabu. Sieht man ihn in den unzähligen Talkrunden, dann weiß man, dieser Mann könnte bei jeder unachtsamen Regung seines Körpers platzen. Dann müssten Maischberger, Anne Will und Co. sich mühsam die bayerische Innenministerpelle und halbverdaute Fränkische Schäufele von den Ausstatter-Klammotten pulen. Damit das niemals passiert, sitzt Herrmann angespannt in seinem Anzug und rührt sich nicht. Das Lachen ist ihm dabei aber niemals vergangen, sondern zu einer schmerzverzehrten Fratze entrückt. Das wirkt für einen Politiker, einen von der CSU dazu, vergleichsweise menschlich und milde.

weiterlesen ...
 
Kein Internet, nirgends – aus Heft 11/2017

Auf kaum einem Gebiet haben die letzten Regierungen so versagt wie beim Ausbau des Internets. In den ländlichen Gegenden Deutschlands ist eine schnelle Internetverbindung die große Ausnahme. Man kommuniziert dort über bewährte Kanäle wie Tratschweiber, Lichthupe und Telefon. Den Vorzug zum Beispiel, dass Glasfaserkabel mittels Vectoring-Technik und optischer Frequenzkämme über Mikroresonatoren aus Siliziumnitrid mit weniger Lichtleistung als herkömmliche optische Sender auskommen und so den Energieverbrauch der Schnittstellen senken, was besonders in Konzentratoren mit vielen Anschlüssen wichtig ist, kann in unterversorgten Regionen niemand genießen. Ein Skandal, der von den Medien kaum thematisiert wurde, und um den die Neuland-Kanzlerin Merkel im Wahlkampf einen weiten Bogen machte.

weiterlesen ...
 
Der National-Humanist – aus Heft 10/2017

SupergauDer Spitzenkandidat der AfD wartet bereits auf der Veranda seiner idyllischen, von Stacheldraht eingerahmten Potsdamer Landhausvilla. Das Hakenkreuz, das linksextre me Muslime, wie er vermutet, an die Stuckfassade gesprayt haben, hat er stehen lassen, als Mahnmal, und weil es so schön mit den Fensterläden harmoniert. Die Lederschuhe eingefettet, das Tweed-Sakko gebohnert, die Cordhose gewichst, so kennt man den Grandseigneur der neuen Rechten und des aufgeklärten Nationalsozialismus normalerweise.

weiterlesen ...
 
Zeit der Reife, Zeit der Ernte – aus Heft 10/2017

Schwarz, schwer und schwellend hängt der Holunder im besonnten Gesträuch beim Kanzleramt. Oh, wie überreich beschenkt uns in diesen Tagen die Natur! Als wolle sie, bevor der karzige Frost sie unterm Leichentuche deckt, noch einmal zeigen, was sie kann, einmal noch – als sei’s das letzte Mal!

weiterlesen ...
 
Angriff auf Anatolien – aus Heft 9/2017

Lange genug durfte uns Recep T. Erdoğan auf der Nase herumtanzen, deutsche Staatsangehörige wegsperren und Hitlers Andenken mit unsäglichen Merkel-Vergleichen schänden. Viel zu lange hat sich das deutsche Volk den Unflat aus Anatolien gefallen lassen. Doch nach Gabriels Machtwort ist damit Schluss. Deutschland »macht Ernst« (Cicero), »zeigt klare Kante« (Hannoversche Allgemeine) und »schaltet« endlich »auf Angriff« (Welt)! Denn, hurra, »die Zeit der Beschwichtigungen ist vorbei« (Tagesschau), der »Geduldsfaden«, dem Himmel sei Dank, »gerissen« (Focus) und »die Bereitschaft da, das Osmanenreich in Schutt und Asche zu legen« (Chrismon).

weiterlesen ...
 
<< Start < Zurück 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Weiter > Ende >>

Seite 1 von 37

---Anzeige---