Auslese
Der deutsche Macron – aus Heft 12/2017

MacronDer neue Mann an der Spitze des Bundestags hat die Jackettärmel hochgekrempelt und gibt vom Podest aus Anweisungen. Wolfgang Schäuble sprüht vor Elan, und die Saaldiener folgen ihm aufs Wort. Er lässt sie Absperrbänder zwischen den Fraktionsreihen spannen. »Sichere Grenzen sind das A und O«, sagt er. Niemals werde er in seinem »Wohnzimmer«, wie er den Plenarsaal neuerdings nennt, Chaos dulden. Auf Schäuble wird es in den nächsten Jahren ankommen. Er muss das Parlament vor sich selbst, aber vor allem auch vor sich schützen. Schafft er das? Oder fehlt ihm mit seinen 75 Jahren für diesen Schicksalsjob die nötige Reife?

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Das ist Weihnachten – aus Heft 12/2017

Heribert Prantl, Autor, Publizist und Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung, wird oft als sozialdemokratisches Feigenblatt einer zunehmend neoliberalen Zeitung oder als frömmelnde Betschwester belächelt. Doch Prantls OEuvre ist vielschichtiger, wie sein im nächsten Jahr erscheinendes Buch – das fünfte in zwei Jahren – zeigt. Der Binsenweise aus der Oberpfalz läuft darin zur Höchstform auf. Hier exklusiv eine Leseprobe aus Kraft durch Prantl.

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Der wunderbare Feuerblumenschießer – aus Heft 11/2017

FeuerblumenscheißerDer bayerische Innenminister Joachim Herrmann kam 1956 zur Welt, als er in München ein bisschen zu fest aufgepustet wurde. Seitdem kann er sich nicht mehr völlig unbeschwert bewegen. Kontakte mit spitzen Gegenständen sind für ihn tabu. Sieht man ihn in den unzähligen Talkrunden, dann weiß man, dieser Mann könnte bei jeder unachtsamen Regung seines Körpers platzen. Dann müssten Maischberger, Anne Will und Co. sich mühsam die bayerische Innenministerpelle und halbverdaute Fränkische Schäufele von den Ausstatter-Klammotten pulen. Damit das niemals passiert, sitzt Herrmann angespannt in seinem Anzug und rührt sich nicht. Das Lachen ist ihm dabei aber niemals vergangen, sondern zu einer schmerzverzehrten Fratze entrückt. Das wirkt für einen Politiker, einen von der CSU dazu, vergleichsweise menschlich und milde.

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Kein Internet, nirgends – aus Heft 11/2017

Auf kaum einem Gebiet haben die letzten Regierungen so versagt wie beim Ausbau des Internets. In den ländlichen Gegenden Deutschlands ist eine schnelle Internetverbindung die große Ausnahme. Man kommuniziert dort über bewährte Kanäle wie Tratschweiber, Lichthupe und Telefon. Den Vorzug zum Beispiel, dass Glasfaserkabel mittels Vectoring-Technik und optischer Frequenzkämme über Mikroresonatoren aus Siliziumnitrid mit weniger Lichtleistung als herkömmliche optische Sender auskommen und so den Energieverbrauch der Schnittstellen senken, was besonders in Konzentratoren mit vielen Anschlüssen wichtig ist, kann in unterversorgten Regionen niemand genießen. Ein Skandal, der von den Medien kaum thematisiert wurde, und um den die Neuland-Kanzlerin Merkel im Wahlkampf einen weiten Bogen machte.

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Der National-Humanist – aus Heft 10/2017

SupergauDer Spitzenkandidat der AfD wartet bereits auf der Veranda seiner idyllischen, von Stacheldraht eingerahmten Potsdamer Landhausvilla. Das Hakenkreuz, das linksextre me Muslime, wie er vermutet, an die Stuckfassade gesprayt haben, hat er stehen lassen, als Mahnmal, und weil es so schön mit den Fensterläden harmoniert. Die Lederschuhe eingefettet, das Tweed-Sakko gebohnert, die Cordhose gewichst, so kennt man den Grandseigneur der neuen Rechten und des aufgeklärten Nationalsozialismus normalerweise.

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