Auslese
Seriööööös! – aus Heft 4/2015

Detlev KleberAlle kennen Claus Kleber als den seriösesten Nachrichtenmann der Welt. Doch wie ist dieser adrette Vollblutjournalist wirklich, über den Mahmud Ahmadinedschad gesagt haben soll, er sei der gefährlichste Mann im deutschen Fernsehen? Zunächst ein paar Fakten: Dr. iur. Claus-Detlev Walter Kleber wird 1955 am Rand der Metropolregion Stuttgart als Klaus-Detlev Walter Kleber geboren. Die Hebamme versucht, ihm mit mehreren Klapsen erste Lautäußerungen zu entlocken, doch erst als man einen Teleprompter hereinbringt, auf dem in großen Lettern »Rabääähääähäää! « zu lesen ist, erklärt der kleine Klaus, dass ein Top-Journalist seine Emotionen zwar nicht verstecken, sie aber auch keinesfalls herausschreien dürfe. Vielmehr gelte es, Distanz zu wahren oder – da dies für einen emotionalen Menschen wie ihn vollkommen unmöglich sei – zumindest beim Publikum diesen Anschein zu erwecken.

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Nichts geht ohne unser Wir – aus Heft 4/2015

Der Printjournalismus hat es nicht leicht. Nicht jeder wird so von den Lesern gehätschelt wie die Satiremagazine, die locker mal sieben Millionen Exemplare einer einzigen Ausgabe verkaufen, dank geschickter Eigenwerbung, die keine Opfer scheut. Aber die anderen haben es schwer, nicht mal wenn sie sich erschießen ließen, würde das was bringen. Die Papierpreise! Die Versandkosten! Die Spitzenhonorare der Edelfedern! Aber schuld ist natürlich das Internet. Das hat alles kaputt gemacht. Nur die Speerspitze des Qualitätsjournalismus (Bild, BamS und eDarling) kann inzwischen im Netz ein paar Kröten generieren.

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Die Glücklichen – aus Heft 3/2015

LuckeDa hat der Lucke aber Glück gehabt. Er wurde 1962 im Berliner Westen geboren, und seine Mama, eine Schuldirektorin, wusste, wovon sie sprach, als sie zu Luckes Vater sagte: »Heinz, oder wie du heißt, wir müssen hier weg, bevor der Berndi in die Schule kommt. Die schlagen ihn uns tot.«

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Habemus communistan? – aus Heft 3/2015

Was ist los mit dem Papst? Nach Johannes Paul dem Prächtigen, der in den Disziplinen »klerikales Abschreiten weitläufiger Gelände« und »würdevolles, wenn auch grundloses Schmunzeln« Unnachahmliches geleistet hat, und seinem Nachfolger Benedikt dem Putzigen, der über zunächst einfach erscheinende Bibelstellen so lange meditieren konnte, bis sie auch dem Gutwilligsten unverständlich geworden waren, hat mit Kardinal Bergoglio ein Typ auf dem Papstthron Platz genommen, der so manchen ratlos macht:

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Mit dem Mut des Mutterfußes – aus Heft 2/2015

MutterfüßlerEs war einst im Reich der Türken. Da saß der brave Präsident Recep Tayyip Erdogan in seinem wunderbaren Palast, den er jüngst errichtet und den er mit allerlei Tand und edlen Kostbarkeiten geschmückt hatte. Es war ein prachtvolles Gebäude, in seiner Herrlichkeit überwältigend. Der Palast war gar doppelt so groß und noch ein bisschen teurer als das Bundeskanzleramt jener mächtigen und prunksüchtigen Herrscherin aus dem fernen Westen. Erdogan ward es zufrieden, weshalb er auch um diese Stunde gut gelaunt war. Er trank einen Tee und strich sich vergnügt über den Schnauzbart, wenn es ihm schmeckte. Kurz, man sah dem Präsidenten an, dass es ihm recht wohl erging. Was er nicht ahnen konnte, war, dass sich zu gleicher Zeit einer seiner Untertanen vor einen PC setzte, kreuzweis die Beine übereinander schlug, sich vornüber zur Tastatur beugte und twitterte: »Erdogan ist der perfekte Schwule.«

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