Lebt eigentlich Karl Lagerfeld noch?

lagerJa, er lebt noch und zwar hinter einem großen Bart, den er sich seit Kurzem stehen lässt und der ihm – wie alles – ausgezeichnet steht. Natürlich war es eine Zeit lang ein bisschen ruhiger um ihn geworden. Aber Lagerfeld ist mittlerweile so lange eine öffentliche Person, dass man meint, ihn persönlich zu kennen – so ähnlich wie den psychisch Gestörten aus dem 3. Stock, der ab und an zwischen 3:30 und 5:00 Uhr morgens das Haus zusammenschreit. Lagerfeld ist eben ein Begriff.

Aber was viele gar nicht wissen, ist, dass der aus seiner Arbeit für den EULENSPIEGEL bekannt gewordene Karikaturist (Heft 7/2010, Seite 6) auch hin und wieder Mode entwirft. Und was noch viel weniger Leute wissen: Er hasst Angela Merkel! Das verriet Karl (man duzt sich unter Kollegen) neulich der französischen Zeitung Le Point.

Merkel zu hassen ist nun wahrlich kein Verbrechen, wie zum Beispiel Lachstöne in der Kombination mit Königsblau zu tragen. Aber es ist schon ein starkes Statement – so ähnlich wie Espadrilles im Ensemble mit einem klassischen Bremsspurherrenschlüpfer.

Allerdings muss man Lagerfeld lassen, dass er für seinen Hass vernünftige Gründe vorbringen kann. Denn die deutsche Kanzlerin habe mit ihrer Entscheidung, »eine Million Zuwanderer« in Deutschland aufzunehmen, der AfD bei den Wahlen im vergangenen Jahr den Weg in den Bundestag geebnet. Nun muss Lagerfeld diese Nazis ertragen.

Das ist eine Logik, die nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Denn es ist ja wirklich so: Wären keine Ausländer ins Land gelassen worden, dann gäbe es keine Nazis mehr. Ohne die Frauenquote hätte es Mario Barth nie geben können. Und wäre der Holocaust komplett geglückt, gäbe es heute wahrscheinlich keine Antisemiten. Aber das muss man dann nicht Merkel, sondern Hitler vorwerfen. Den hasst Lagerfeld sicher auch …

Andreas Koristka

 

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