Lebt eigentlich Bodo Hombach noch?

Lebt eigentlich Bodo Hombach noch?Bodo? Na, logo lebt der noch! Bekannt geworden ist er als der lustige Dicke aus dem Hannover-Netzwerk. Als Kanzleramtsminister Gerhard Schröders musste er dann 1999 abtreten, obwohl er das vielleicht hässlichste Haus der Welt erbauen ließ. Man kann es nicht so gut in Worte fassen, wie es der Bauherr in braunen Backstein und mit noch brauneren Holzelementen in den niedersächsischen Sand scheißen ließ. Es sieht fast aus (nur viel viel schlimmer) wie der Sitz einer regionalen Versicherungsniederlassung.

Drinnen könnten düstere Allianz-Mitarbeiter niederer Ebenen hausen, die sich die Fenster tönen ließen, um nicht beim ersten Sonnenstrahl zu Staub zu verfallen.
Es ist das absolute architektonische Grauen. Wenn man des Gebäudes gewahr wird, stellt sich strenger Büroklammer- Geschmack im Mund ein. Könnte man das Haus riechen, würde es nach Prostatabeschwerden, Cognac und Bettina Wulffs Parfüm stinken. Wenn die Hölle sich ein 80er-Jahre-Design zulegen würde, sähe sie wahrscheinlich genau so aus!

Aber es lässt sich auch richtig Schlechtes über das Bauwerk sagen: So verschuldete sich Hombach bei seinem Bau grandios. Man munkelte zudem, dass ein niedersächsischer Baukonzern dem SPD-Promi aus purem Samaritertum uneigennützig finanziell unter die speckigen Arme greifen musste.

All das half nichts, Hombach musste verkaufen. Doch nach Jahren kam jetzt das Happy End: Die Brost Stiftung, in dessen Vorstand Hombach zufällig sitzt, kaufte laut Spiegel Hombachs alte Immobilie. Warum sie das tat? Das kann man ihrer Selbstbeschreibung entnehmen: »Nach dem Willen der Stifterin Anneliese Brost fördern wir heute Projekte im Bereich von Kunst und Kultur, Jugend- und Altenhilfe sowie mildtätige Maßnahmen.« Und was könnte mildtätiger sein, als Bodo Hombach irgendwann das Haus zurück zu geben, zu dem er doch so gut passt?

Andreas Koristka

 

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