meisterwerke
Meisterwerk

Es sind immer die menschlichen Schicksale, die uns besonders bewegen. Ungewöhnliche Schicksale, die uns aufrütteln.

Und es sind die Menschen, die diese Schicksale tapfer erdulden, die uns inspirieren, uns, die wir vom Schicksal weniger hart auf die Probe gestellt wurden. Auf diesem Gemälde sehen wir einige dieser Menschen. Es sind Siamesische Fünflinge.

Genauer: Es sind beinamputierte Siamesische Fünflinge, und sie sind nicht viel anders als wir. Es war nur ein klitzekleiner Fehler in ihrem Erbgut, eine spontane Laune der Natur, die hier monströs anmutende Folgen gezeitigt hat. Die fünf Geschwister sind an den Schultern und an den Hüften zusammengewachsen, jeder teilt seine Gesäßmuskulatur mit dem benachbarten Geschwister, und lediglich zwischen Hüfte und Achsel sind sie durch einen schmalen Spalt getrennt. Doch nicht nur das – dort, wo das Rückgrat verläuft, haben die vier der fünf, die mit ihrem Rücken abgebildet sind, eine offene Stelle.

Es handelt sich also um beinamputierte Siamesische Fünflinge mit offenem Rücken, die sich zu allem Überfluss einen schlimmen, aber modebewussten Darmparasit eingefangen haben. Dieser beschlipste Wurm wechselt geschmeidig in den nächsten Verdauungstrakt, um einen Organismus nach dem anderen auszuzehren, wie man an den Geschwistern links erkennen kann. – Auch wenn uns dieses Schicksal zutiefst berührt: Mitleid wollen die Fünflinge nicht. Ihre Gesäß-Tätowierungen sind ein Zeichen der Lebensfreude, die sie sich nicht haben nehmen lassen.

Ihre Gesichter wollten die Fünflinge offenbar nicht zeigen, weshalb dem Betrachter eine Identifikation mit ihnen nicht leicht fällt.

Bedenken Sie trotzdem: Auch die Fünflinge sind Menschen wie du und ich. Bitte spenden Sie noch heute!

J. Rakers

 

 

 

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