Lebt eigentlich Markus Meckel noch?

mackieVorab: ja! Es gibt Leute, die sind aufgrund ihrer psychischen Konsistenz gefährdet – Quartalstrinker und Quartalsirre zum Beispiel. Für Letztere verwenden wir Helfertypen das freundliche Wort »psychopathogen«. Also, richtige Psychos sind das nicht, aber man muss gefährliches Werkzeug und Tellerstapel außerhalb ihrer Reichweite räumen und die Balkontür von innen verschließen …

Die Helden unserer friedlichen Revolution genießen, seit der Islamische Staat unser Interesse fesselt, viel zu wenig öffentliche Empathie. Dabei waren sie, wie Meckel, fast durchweg aufrechte Männer (und einige Frauen) der Kirche (von Günther Krause abgesehen) – sie haben unseren christlichen Beistand verdient. Markus Meckel hat in der verschwindenden DDR die SPD gegründet – ein Husarenstück.

Hätte er es nicht getan, wäre den Ostdeutschen die SPD zwar auch nicht erspart geblieben, aber sie wäre natürlich nicht halb so beliebt wie heute!
Nachdem die SPD die SED besiegt hatte, wurde Meckel zum Operettenminister – der letzte Außenminister der DDR. Die Politik wurde zwar in Bonn gemacht, aber er beglückte mehrere Verwandte mit schönen Posten. Das könnte er heute auch – er ist jetzt Chef des »Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge«. Aber welcher seiner Brüder will ein Kriegsgrab haben?

Zwischendurch war Meckel natürlich stets »in Verantwortung«, meistens für die Versöhnung mit Polen – diesem Projekt geht es aktuell nicht besonders gut –, und für sein Recht an einer langen, besonders schönen Zaunlatte, an der seine Nachbarin gerichtlich Ansprüche geltend machte. Sie behauptete böse, unbewiesene Dinge über Meckel – er sei ein Zaunlatten-Dieb, Choleriker, Egomane und Autist. Dass ihn seine Kriegsgräberfürsorger (einem Verein mit wahrscheinlich mehr Mitgliedern als DIE LINKE und die SPD zusammen) ähnlich sehen und klagen, er würde auf den ihrer Fürsorge anheimgegebenen Gräbern eine Schneise der Verwüstung hinterlassen, kann nur Zufall sein. Aber keine Angst: Selbst wenn Meckel von den Totenwächtern abgewählt wird – er bleibt nicht lange ohne Amt.

Matti Friedrich

 

Kommentare 

 
#1 Dieter Geisler 2016-09-30 12:25
Ihr Beitrag hat mir auch diesmal gefallen. Wo unser Freiheitskämpfe r nun sein hartes Brot verdienen mußte erfuhr ich erst aus einer e-mail.
Da bat der auf diesen Posten offensichtlich scharfe Kandidat - mich??- um Vertrauen.Sein Name: Schneiderhahn. Stutzig geworden informierte ich mich. General i.R.will sich der Kriegsgräber annehmen. Es gibt eben auch Witze die makaber sind.
DG
Zitat
 

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