Pankow-Pictures

Bei den Panama-Papers wurde hervorragende Arbeit geleistet. Es gibt bei Enthüllungen immer Fallstricke, denen man ausweichen muss. Der erste ist die Quelle.

Im Fall der Panama-Papers scheint sie seriös und das gelieferte Material belastbar zu sein. Auch mir werden während meiner Recherchen in den Cafés und Restaurants zwischen Gendarmenmarkt und Brandenburger Tor regelmäßig explosive Informationen angeboten. Erst kürzlich erhielt ich eine geheimnisvolle Whatsapp-Nachricht (seit der Verschlüsselung auch von Whistleblowern genutzt). Man habe meine Telefonnummer von einer Kollegin, man wisse über meine journalistischen Fähigkeiten Bescheid und wolle mir ein paar Dokumente zeigen.

Ich traf mich mit der Quelle aus Sicherheitsgründen in einem Hotel in Pankow, wo man keine Fragen stellt. Als Erkennungszeichen trug die Quelle ein sehr eng anliegendes Lederoutfit in Rot. Wir waren uns gleich sympathisch und ich wusste: Dieser Quelle kann ich vertrauen. Auf dem Zimmer zeigte sie mir Fotos und Videos, die sie heimlich aufgenommen hatte. Zu sehen waren immer die Quelle und ein (manchmal auch zwei) Politiker bzw. Politikerinnen. Namen kann ich hier noch nicht nennen. Das Material muss erst ausführlich von mir und meiner Recherchepartnerin ausgewertet werden.

Mit der Veröffentlichung wollen wir auch deshalb noch warten, weil wir nicht wollen, dass es uns wie den Kollegen mit den Panama-Papers ergeht: Plötzlich taucht ein albernes Quatschthema wie z.B. ein Gedicht auf, und mit einem Mal interessieren die Enthüllungen niemanden mehr.

So viel möchte ich allerdings doch verraten, damit der Spannungsbogen hält: Manuela Schwesig, der hinter vorgehaltener Hand ja das ein oder andere nachgesagt wird, ist auf den Videos (leider!) nicht zu sehen. Im Gegensatz zum Parteivorsitzenden einer ehemaligen Volkspartei – alles weitere später!

Atze Svoboda

 

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