Lebt eigentlich Bernd Lucke noch?

LuckyAnfang Februar lebte er noch.
Aber darf man das Dasein eines Europaabgeordneten denn Leben nennen? Ewig mit all denen, für die Berlin keine Verwendung mehr hat, in der Cafeteria hocken, mit Gabi Zimmer von der Zukunft träumen, sich von Strohmännern in Listen eintragen lassen, damit man Sitzungsgelder bezieht – ist das Leben? Als Lucke sich zum letzten Mal öffentlich meldete, fand das starke Resonanz in Kirchen, Parteien und Verbänden – er suchte eine Bürokraft (für die Listen – Reinhard Bütikofer von den Grünen will das nicht mehr für ihn machen).

Der Mann hat besseres verdient. Er hat die erste Professorenpartei (durchweg BWL) der Welt gegründet – allerdings die Mitgliedschaft auch derart genervt, gegängelt und gelangweilt, dass sie sich rasch radikalisierte und Mordfantasien entwickelte. Er hätte uns beinahe vom Euro und den Griechen befreit. Er wäre beinahe 2017 Merkels Vizekanzler geworden, wenn … ja, wenn er Frauke Petry nicht auf ihre Funktion als Sexobjekt reduziert hätte.
Was dann kam, ist bekannt.
Er gründete die Männerpartei Alfa – von 10 000 befragten alpha-betisierten Deutschen konnte keiner mit Sicherheit sagen, was sich hinter dem Kürzel verbürgt (αlpha ist ein bayerischer Bildungskanal, der täglich von mehr als zwei Hausfrauen und einem Volkshochschüler gesehen wird).

Und wie findet Lucke den Schießbefehl seiner Ex, also seiner Ex-Parteifreundin? »Inhuman und unmenschlich«, sagte er der Augsburger Allgemeinen Zeitung. Wahrscheinlich zwei äußerst treffende Adjektive, allerdings vollständig egal und irrelevant.

Matti Friedrich

 

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