After-Baby-Bauch

»Voller Stolz: Daniela Katzenberger zeigt After-Baby-Bauch!«, meldete Mitte September 2015 promiflash.de (»Deutschlands beliebtestes Starmagazin«). Aus dem Impressum geht hervor, dass promiflash.de von der Berliner Celebrity News AG »reali siert und produziert« wird. Inhaltlich verantwortlich im Sinne des Presserechts sind die Herren Andreas Horatz und Manuel Weisbrod. Googelt man ihnen ein wenig hinterher, so stößt man rasch auf die folgende Nachricht: »Vor zwei Jahren konnte durch Beratung und Begleitung durch das GründerCenter der Berliner Volksbank die hinter Promiflash stehende Celebrity News AG in moderne Technik investieren. Technik, die sich heute auszahlt und Promiflash zu einem der reichweitenstärksten deutschen Nachrichten- und Medienportale macht. Seit der Gründung 2009 bis heute eine echte Start-Up-Erfolgsstory und deswegen verdienter Träger des Gründerpreises der Berliner Volksbank. Der wurde vergangene Woche im Rahmen des 1. Kontaktabends des Businessplan-Wettbewerbs Berlin-Brandenburg an Promiflash Mitgründer Andreas Horatz übergeben!«

Wie der Promiflash-Gründer Andreas Horatz beim Entgegennehmen des Preises ausgesehen hat, lässt sich unter http://www.berliner-volksbank-blog.de/-promiflash-eine-erfolgsstory-auch-dank-der-berliner-volksbank/ überprüfen. Sein Gesicht, könnte man sagen, entsprach vollauf den Erwartungen, die das Gründer Center der Berliner Volksbank mit der Einberufung des 1. Kontaktabends des Businessplan-Wettbewerbs Berlin-Brandenburg geweckt hatte: Das Foto zeigt ein glückselig strahlendes, kandiertes Frettchen, das sich darüber freut, die Welt dank der Beratung und Begleitung durch das GründerCenter noch reichweitenstärker verschmuddeln zu dürfen.

»Fuß-OP überstanden: Schlimmer Eingriff bei Silvya Wollny!«, »Miss Germany Vivien Konca: Großes Ego dank neuer Brüste!«, »Zu dünn für Sex: Magere Kader Loth wurde verlassen!«, »Nach Pickel-Beichte: So hütet Angelina Heger ihr Geheimnis« – das sind so die Informationen, die wir alle Andreas Horatz und seinem Kompagnon Manuel Weisbrod, den Hätschelkindern der Berliner Volksbank, zu verdanken haben.

In einem Elfenbeinturm ohne W-LAN kann man solche Phänomene ignorieren. Es ist sogar möglich, ein halbwegs normales Leben zu führen, ohne jemals mit Daniela Katzenberger konfrontiert zu werden. Ausgeschlossen ist es jedoch, wenn man nicht taub und blind ist oder in einer Himalayahöhle haust, um die Bekanntschaft mit der magenumdrehenden Vokabel »After-Baby-Bauch« herumzukommen. Wie sagte doch Max Liebermann? »Ick kann jar nich soville fressen, wie ick kotzen möchte.«

Gerhard Henschel

 

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