Tour de France

Doping - das Erfolgs-Rezept von morgen.

Noch werden Doping-Sünder für Bösewichte gehalten. Doch, schauen wir genauer hin: die vermeintlichen Täter sind lediglich die Opfer der „Chemieverschwörung“: Ein europäischer Radfahrer zum Beispiel ist immer noch günstiger zu haben, als eine Rattenkolonie in Bangladesh. Während die Vorstände der Giftmischkonzerne sich die Hände in dem bekannten Desinfektionsmittel „Unschuld“ waschen, sind die Protagonisten der Drogisten der öffentliche Häme und fliegenden Eiern preisgegeben.

Doping ist ein hartes Brot. Untersuchen wir mal die wichtigsten Punkte:
Es steht unter Strafe und bestraft wird, so lehrt es die Geschichte, immer der Dumme: der „Sportler“, derjenige der ertappt worden ist. Er verliert Titel, Ansehen und seine Gage. Wer nicht mit einer „Was ist, wenn ich auffliege“ - Versicherung vorgesorgt hat, dem bleibt nur der soziale Abstieg.
Die Präparate sind streng geheime Testmischungen aus den Giftküchen der IG Farben. Der Anwender, der Testpilot ist sich der Risiken sicher bewusst, doch wird das Verdrängen von Risiken in dieser Branche sehr gut und Milliliterweise bezahlt.
Doping macht einsam. Weil Doping illegal ist und direkt in die Isolation und noch arger: in die Schlagzeilen von BILD und RTL2 führt, führen die User ihre Nahrungsergänzung möglichst ohne Zuhilfenahme riskanter Mitwisser durch. Und damit Teamkollegen und Konkurrenten von den Nebenwirkungen nichts mitbekommen, kann man sich abends leider nicht der Pflege sozialer Kontakte in der Hotelbar widmen. Unkontrolliertes Augenrollen und heftiges Zittern der Brustwarzen würden von den anderen Sportlern sofort als Doping-Anzeichen erkannt. Denunziation wäre die Folge.
Wir sehen, die vermeintlichen Doping-Sünder sind ganz traurige Gestalten. Sie sind Opfer der Industrie. Wahrscheinlich tun sie es nur, weil sie verschuldet sind und das Geld dringend benötigen.

Die gute Nachricht: Es wird an einer Lösung gearbeitet, die den sozialpsychologischen Aspekt in den Vordergrund rückt und damit schon mal einen Schritt in die richtige Richtung geht. Als Testgruppe wurden die Fußballer auserkoren. Dem Sportsfreund ist sicher nicht entgangen, dass diese Spezies bislang in so gut wie keine Dopingskandale verwickelt wurde: 16 Fälle seit 1988 beim DFB - das ist einfach zu wenig!
Hier sollen aber die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt werden. Deshalb heißt die Zukunft: Kollektivdoping. Endlich kann der Betroffene frei und offen darüber sprechen. Und wenn Bastian Schweinsteiger positiv getestet wurde und Phillip Lahm nicht, dann kann Bastian sagen: „Der Phillip hat aber auch!!!“ Ja und es gilt die alte Kollektivformel: Wenn alle das gleiche falsch machen, dann ist es richtig! Hier eröffnen sich Möglichkeiten! Bei entsprechender Bezahlung diverser Rechtsanwälte ist es dann kein weiter Weg mehr zur Legalisierung! Was für eine Entwicklung, meine Damen!

Die Doping-Zukunft ist rosig, aus Übeltätern werden Stimulans - Pioniere. Doping für alle! - so sieht es in wenigen Jahren aus. Das Erfolgs-Rezept erhalten Sie dann beim Arzt Ihres Vertrauens.

Tausend Gewehre für die Fatah…

fatah

und geschätzte 3.5 Millionen US Dollar mehr Umsatz im Juli für die Colt Inc. mit Sitz in Hartford, Connecticut.

…and the winner is: Der Leser hat das Wort (8/07)

…and the winner is: Der Leser hat das Wort  (8/07)

Was habe ich gelacht! Die zweieinhalb Euronen hatten sich bereits nach Seite 8 amortisiert.
Ich plädiere dafür, daß sich diese Rubrik fortan über das ganze Heft erstreckt. Selbst der Beitrag von Frau Weissig konnte mich von meinen Lach- und Heulattacken nicht mehr runterholen.

Ihr fragt, was die hochbezahlte schreibende Zunft der Eule dann macht? Na, ganz einfach! …sich‚ ne Seite abschneiden.

Großes Lob an alle schreibenden Mitleser!

Darf ich noch jemanden grüssen? Ich grüße zu allererst einmal mich, dann Mike, meine Mutter, meine Omis und Opis im Himmel, alle die mich kennen, meinen…

Uwe Pfützenreuter

Erfurt

Überzeugungstäter

eule espana

Im Skandal um eine Sexkarikatur in einem spanischen Satiremagazin mussten die Zeichner vor den Ermittlungsrichter. In der aktuellen Ausgabe ihres Magazins ist das spanische Prinzenpaar als Blume und Biene abgebildet. (Die Macher des Satiremagazins “El Jueves”, Zeichner Guillermo Torres r. und der Texter Manel Fontdevila l. - Foto: dpa)

So, wer hat denn unseren lieben, guten Innenminister in einer infamen Bildmontage so schlecht gemacht, hm…? Raus mit der Sprache. Seid mal nur froh, das wir hier nicht in Spanien sind! Also wer wars? Wenn sich der- oder diejenige freiwillig meldet, bekommt er oder sie zur Strafe auch nur eine Saison lang El Arenal-Verbot. Oder eine Best-Of-CD von Jürgen Drews.
Begnadigung ist leider nicht mehr drin - es geht um den Tatbestand des
verfassungsfeindlichen Verhaltens.
Übrigens, das Layout dieses Magazins erinnert mich stark an so ein aufrührerisches Blatt hier…
Naja, die Jungs von der SOKO “Spassvogel” haben das morgen recherchiert.

Weiterer Dopingfall bei der Tour (SZ)

tdfLaut L’Equipe wurde bereits auf der 11. Etappe am 19. Juli ein Fahrer positiv auf Testosteron getestet.

Testosteron???

Sind wir hier bei der Mädchenrundfahrt um den Wilden Kaiser, oder was? Natürlich Testosteron - ist ja ein männliches Hormon. Der Typ ist halt ein ganzer Kerl und hat Hormonwerte wie 10 sizilianische Maurer. Immer diese Vorverurteilungen, ehrlich mal. Sind wir hier beim Biathlon, 100m-Lauf, Zehnkampf, Langstreckenlauf oder beim Musikantenstadl? Doping - so ein Unsinn… Mahlzeit!

Reich & Schön - Amerika fiebert mit!

lindsay

Lindsay Lohan und Paris Hilton sind Schwestern im Geiste und mit ihrer fortgesetzten Gehirnbleiche fällt es auch erheblich leichter, sich mental frei zu machen. Für eine Handvoll Dollar von den Boulenvard-Blättern hockt man sich auch mal in den Knast.
Und Amerika schaut gebannt zu. Es ist schön, das dieses Land für einen kurzen Moment, für einen Wimpernschlag in der Weltgeschichte, alles Unheil dieser Welt vergessen kann. Irakkrieg, Afghanistan, Terror, Umweltkatastrophen, Klimawandel, Amokläufe und die Achse des Bösen - unwichtig. Denn um 20.00 Uhr gibts ein Lindsay & Paris Special.

Fremdblut zu verkaufen!

mittaxpause
Ich habe heute 21 Packungen Dextro Energen zerkaut, 14 Red Bull mit Tzaziki getrunken und 5 Liter arabischen Kaffee intravenös eingefüllt. Also, welches Team hat Interesse. Wenn der Preis stimmt, werde ich als 24h-Lieferung vom nächsten ADAC-Hubschrauber in den nächstgelegenen Etappenort geflogen…! Mahlzeit!

Winokurow mit Fremdblut gedopt

wino
Bram Stoker lässt grüßen. Würde er das noch erleben. Herrlich, welche Bücher da jetzt bei Suhrkamp im Regal stehen würden: “Alexander und die Fremdblutvampire”, “Das Blutplasma-Massaker”, “Transfusion des Grauens” oder “Der Graf von Transfusien”.
Die Tour de France wird langsam zum Blutbad der Dopingsünder. Es ist erstaunlich, wie viele Sportärzte (der Titel “Arzt” nur pro forma) sich noch für genügend Bakschisch an die Transfusionspumpen setzen. Und wie viele Teams hohe Sponsorengelder riskieren - von den Sportlern, denen langsam die Opferrolle auch keiner mehr abnimmt, ganz zu schweigen. Am Ende gewinnt wirklich noch der Fahrer bzw. das Team, welches wirklich nicht gedopt hat - oder am innovativsten dopt. In den Vereinszentralen macht man es sich immer noch zu einfach - der Druck wird immer nach unten durchgereicht. Die Geldgeber wollen in Sieger investieren, die Funktionäre leiten die Verantwortung direkt an die Trainer weiter und zuletzt bleibt wahrscheinlich nur noch der regelmässige Sportarzt-Termin.
Es bleibt zu hoffen, das die Dopingfahnder ihren Job gut machen und diese Rosskur endlich die Spreu vom Weizen trennt. Das wird erst einmal hart, aber am Ende, wenn auch die Finanziers begriffen haben, das der Zweite Platz trotzdem gut fürs Image sein kann, können wir uns wieder auf sportliche Leistungen freuen und pharmazeutische Erfolge finden den Weg zurück in die Medizin. Mahlzeit!