|
|
Zeitansagen
|
|
Bischöfinnenprogramm Der Verteidigungsminister hat Bischöfin Käßmann nach Afghanistan eingeladen. Welche Show er dort für sie abziehen wird, darauf darf man
gespannt sein. Beispielanschläge oder -angriffe hat man gewiss im Programm. Vielleicht auch ein kleines Bombardement? Sollte er ihr aber das symbolträchtige Umschmieden irgendeiner Waffe zu einer
Pflugschar vorschlagen, ist Vorsicht geboten, denn erstens sollte klar vereinbart werden, dass mit dieser Pflugschar keine Mohnfelder beackert werden dürfen, und zweitens wäre auf die Art der Waffe
zu achten, denn sollte es sich bei der Waffe z.B. um eine Handgranate handeln, darf sie nicht ins Schmiedefeuer gelegt werden. Ove Lieh
|
|
Politik
|
|
Lebt eigentlich Edmund Stoiber noch? von Carlo Dippold Äh, ja, er, äh, lebt noch. Manch einer bedauert das allerdings sehr. Dem bayerischen Ministerpräsidenten z.B. wäre es lieber, sein
Vorvorgänger wäre schon längst in die ewigen Jagdgründe eingegangen, wie man in Bayern sagt. Oder nein,
»verreckt« sagt man in Bayern, ihm wäre es recht, Stoiber wäre schon längst verreckt. Qualvoll am besten. Denn Stoiber hat den Bayern ein
kostspieliges Erbe hinterlassen, und zwar den Erwerb der Bank Hypo Group Alpe Adria, ein von Vetternwirtschaft durchsetztes, vor allem auf
dem Balkan in kaum durchschaubaren Unternehmungen involviertes, mit – so vermutet die österreichische Nationalbank – Geldwäsche
beschäftigtes, bodenloses Finanzloch, das die bayerische Landesbank unter Stoiber erworben hatte und das mittlerweile für einen symbolischen Euro an die Ösis verschenkt wurde.
|
|
Wirtschaft
|
|
Meine schöne Zeit im Penny-Beirat
von Gerhard Henschel Ich müsste lügen, wenn
ich behaupten wollte, ich sei elektrisiert gewesen, als ich nach einem Einkauf bei PENNY auf dem Packtisch den Prospekt erblickte, aus dem hervorging, dass die Geschäftsführer dieser süßen, wenn auch
vielleicht ein wenig schmierigen, jedoch wie wir alle um ihr Leben kämpfenden Supermarktkette die Absicht hätten, einen Kunden-Beirat zusammenzutrommeln. »Mitbestimmen, verändern und verbessern! «,
hieß es da, und ich las mir spaßeshalber auch das Kleingedruckte durch. »Werden
Sie Mitglied im PENNY-Kunden-Beirat: Als Repräsentant unserer Kunden bestimmen Sie die Zukunft aktiv mit. Das ist Ihre Möglichkeit, Ihren Einkauf bei PENNY mitzugestalten, und Ihre Chance,
uns regelmäßig mitzuteilen, wie wir noch zielgenauer und individueller auf Ihre Wünsche und Bedürfnisse beim Einkauf bei PENNY eingehen können ...«
|
|
People
|
|
Alle Macht dem Mittelstand! - Rainer Brüderle
von Peter Köhler Im Unterschied zur Union, den Grünen und vor allem der
gewerbsmäßigen Sozialdemokratie, die ihr wahres Gesicht vor der Wahl in der Hose verstecken, tragen die Liberalen ihre Meinung offen. Während anderswo der Wähler nach der Wahl mit staunendem Gehirn
erfährt, was er gewählt hat, und eine treulose Tomate wie die SPD, sobald sie die Regierung geentert hat, den Menschen draußen vor der
Tür verklickern muss, warum sie plötzlich gegen sie ist, bleiben die Freien Demokraten eisern in der Spur. Sie haben angekündigt, dass sie
ihrer Kundschaft Gold, Schmuck und Elfenbein zuspielen werden, und das tun sie nun. Einer der Täter: Rainer Brüderle. Seit 1998, als er bei der rheinland-pfälzischen Landesregierung
kündigte und seinen Wohnsitz im Bundestag nahm, hatte er auf seine Chance gelauert. Elf lange Jahre musste er auf den Buckel nehmen, bis
im Herbst 2009 die SPD endlich verhungert war und die FDP ins Kabinett vorrücken durfte.
|
|
History
|
|
Sieben Tage, die die Mark erschütterten
von Matthias Krauss Potsdam (von unserem
Augenzeugen). Heute bietet Potsdam ein Bild des revolutionären Friedens. Der Regen hat das Blut von den Straßen gespült. Die Barrikaden sind fast alle beseitigt und liegen als Müllhäufchen am
Straßenrand, eine Aufgabe für die revolutionären Stadtwerke. Es herrscht Ruhe, tiefe Ruhe: Der Rat der Volkskommissare hat alle Spritreserven konfisziert, zum Schutz der noch jungen Volksdemokratie.
Doch ruhig wird es nicht bleiben, weiß das Volk (»Anklagen ist gut, hinrichten ist besser!«) aus leidvoller Erfahrung. Die Konterrevolution schläft wahrscheinlich nicht. Die Regierung hat sich
sicherheitshalber auf dem Brauhausberg verschanzt, wo einst der sogenannte Landtag untergebracht war. Seit sechs Tagen bewachen revolutionäre Truppen – Minderjährige aus der bis vor kurzem
verächtlich so genannten »Unterschicht« sowie SchülerInnen der städtischen Musikschule – den Kreml (so heißt das Gebäudewieder) und halten sich an der Kantine der früheren Staatskanzlei
(»Gourmet-Tempel«) schadlos.
|
|
|
|
Leben
|
|
Krieg in der Küche von Enno Prien Das Schöne an unserer Altherren-Skatrunde ist: Wir vier
haben keine Geheimnisse voreinander, sprechen ganz offen über alles. Und dass wir in unseren Ansichten meistens vollkommen übereinstimmen, ist der Harmonie sehr bekömmlich, besonders in unserer
geistig anspruchsvollen »Gehobenen Stunde«, die jeden Skatabend beschließt und die immer dann anbricht, wenn sich im Spiel die Fehler häufen, wenn falsch bedient wird und die Skatkarten beim
Whiskytrinken zu stören beginnen. Das letzte Mal hatte Schorsch die »Gehobene Stunde« mit gehobenen Gläsern und einer Frage eingeleitet, die für meine Begriffe das übliche Niveau unserer
Disputationen deutlich unterschritt. »Haben unsere Frauen versagt?«, wollte er mit uns erörtern. Heinrich verlangte umgehend, das Fragezeichen zu streichen, noch bevor Schorsch erläutern konnte, was
er meinte: »Kann es sein, dass Frauen gar nicht können, was sie sich seit Jahrhunderten anmaßen – einen Haushalt führen? Gibt es eine strukturelle weibliche Unfähigkeit zur Planung und Leitung
der Hauswirtschaft?«
|
|
|
|
|
 |
|
|
|
Eulenspiegel Ausgabe 02/2010 Überall am Kiosk erhältlich! Fragen Sie Ihren Zeitschriftenhändler.
Inhaltsverzeichnis Editorial Leserbriefe
ePaper ePaper Login Leserbrief schreiben Eulenspiegel Blog
Services per E-Mail: Newsletter Cartoon der Woche
Abo-Service
Abo-Angebote Eulenspiegel-Laden
|
|
|
|
Ihre persönliche EULENSPIEGEL-Ausgabe Sie wollen sich selber ein Bild über das größte deutsche Satiremagazin machen? Bitte schön, wir schicken Ihnen die aktuelle oder die kommende Ausgabe
per Post oder E-Mail direkt nach Hause. Jetzt Anfordern!
Sie sind geizig und wollen kostenlos blättern? Wir schicken Ihnen mit dem nächst erreichbaren Versand unverbindlich
eine Ausgabe des Satiremagazins zu. Aber nicht weitersagen! Hier Anfordern!
|
|
|
|
Am Freitag, den 19. Februar, feiert EULENSPIEGEL das bevorstehende Erscheinen von Heft 3 im Kreise seiner maulfaulsten Redakteure, des
schlechtgelaunten XXX, einer langbeinigen Praktikantin und des überwiegenden Teils seiner Leserschaft. Überraschungsgast: Robert Niemann Der Saal verkraftet maximal 30
Personen. Rechtzeitiges Erscheinen und kleine Geschenke sichern den freien Einlass! Ort: Café Sociale, 19 Uhr Gubener Str. 47, 10243 Berlin
|
|

Endlich mal ne nette Mail: Woche für Woche schicken wir Ihnen unseren “Cartoon der Woche”
direkt in Ihr E-Mail-Fach.
|
|
|